Jürgen Gärtner

Die Döllnitzer haben nach dem Besuch der bayerischen Verkehrsministerin Kerstin Schreyer wieder ein bisschen Hoffnung geschöpft, dass irgendwann Schluss ist mit dem vielen Verkehr im Ort. Die CSU-Politikerin war am Freitagnachmittag wegen des lange ersehnten Baus der Umgehung in den Kasendorfer Ortsteil gekommen - und hatte gute Neuigkeiten im Gepäck.

Aber der Reihe nach: Zahlreiche Bürger erwarteten die Ministerin schon, deren erste Station ihrer Landkreis-Tour in Döllnitz war. Oder wie es Landtagsabgeordneter Martin Schöffel (CSU) formulierte: "Ein großer Anteil der Bevölkerung ist da. Das zeigt, dass ihnen der Bau der Umgehung ein wichtiges Anliegen ist." Schöffel überbrachte zugleich die erste gute Nachricht: "Seit Donnerstag ist der Planfeststellungsbeschluss fertig, der die rechtliche Voraussetzung seitens der Regierung für den Bau darstellt."

"Ein Meilenstein"

Dieser Beschluss ist für Bürgermeister Norbert Groß (CSU) "ein Meilenstein". Nachdem die Gemeinde Kasendorf beschlossen hat, den Bau der Umgehung in Sonderbaulast vorzunehmen, sprich ihn selbst zu finanzieren, gehe es nun ums Geld. Wie hoch die Kosten sind, kann derzeit nicht gesagt werden. Die muss das staatliche Bauamt Bayreuth noch ermitteln.

Aber - und hier kam die Ministerin ins Spiel - es wird einen hohen Zuschuss geben. Normal sind 80 Prozent, aber für den Markt Kasendorf stellte Kerstin Schreyer 85 Prozent in Aussicht. Die gebe es zwar nur für Kommunen, denen es finanziell nicht gut gehe, aber, so deutete die Ministerin an: "Ich habe das eindeutige Gefühl, dass die finanzielle Situation hier besonders angespannt ist." Mit dem Planfeststellungsbeschluss sei man schon auf der Zielgeraden.

Wann tatsächlich Baubeginn sein könnte, dazu ließ sich der Leiter des staatlichen Bauamts, Kurt Schnabel, aber keine Aussage entlocken. Nur so viel: Wenn es keine Klagen gibt und der Gemeinderat dann schnell einen Umsetzungsbeschluss fasst, so Schnabel, werde die Ausführungsplanung (Grunderwerb, Bodenuntersuchungen) etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen.

"Reden lassen hoffen"

Was sagen die Bürger zu den Neuigkeiten, die die Politiker verkündeten? Thomas Tröster, der sich vor 30 Jahren in dem Kasendorfer Ortsteil ein Haus gekauft hat: "Lange Reden, die hoffen lassen." Das Thema sei schon vor drei Jahrzehnten aktuell gewesen, getan habe sich aber noch nichts.

Heidi Soiné hat den Eindruck, "dass der Besuch was gebracht hat". Aber: "Über ein paar Signale mehr hätte ich mich gefreut. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt." Für sie steht fest: "Aufgeben werden wir nicht."

Wilhelm Gaebelein sieht "zumindest einen Silberstreif am Horizont". Jetzt habe man einen Sachstand. Für ihn war es wichtig, dass die Staatsministerin "Fahne gezeigt" habe und die Gemeinde bereit sei, die Kosten zu tragen. "Nun bin ich optimistisch. Die Aussagen waren für den Ort ein Segen." Wenn der Verkehr erst einmal verschwunden sei, werde Döllnitz wieder ein idyllisches Dorf sein.

Nach Döllnitz hatte Kerstin Schreyer noch weitere Stopps im Landkreis auf ihrem Plan. Der nächste Halt war nur einen Katzensprung entfernt im benachbarten Thurnau.

Besuch in Thurnau

Dort stellte Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) der Ministerin zahlreiche Projekte vor, die mit Mitteln des Freistaats realisiert wurden. "Wir haben vom Bauministerium schon viele Zuschüsse bekommen und wollen zeigen, wo das Geld überall verbaut worden ist."

Aber natürlich gab Bernreuther Kerstin Schreyer doch noch einen Wunsch mit auf den Weg: Er bat um Unterstützung für die Realisierung des Thurnauer Schlossparks.

Der Markt will die Parkanlage, die sich einst am östlichen Ufer des Schlossweihers befand und seit einem Sturm im Jahre 1969 nicht mehr zugänglich ist, wieder öffnen. Und dafür brauche man Unterstützung, sagte er in Richtung der Besucherin aus München.

Der letzte Stopp war Kauerndorf

Die letzte Station der Ministerin war dann Kauerndorf. Über diesen Termin berichten wir in unserer Montagsausgabe.