Matthias Einwag

Mit der Eröffnung des Bademantelganges wurde am Freitag auch der Abschluss der Modernisierung und Erweiterung der Obermain-Therme gefeiert. Landrat Christian Meißner (CSU) nannte den Verbindungsgang vom Hotel zur Therme einen Brückenschlag, von dem beide Seiten profitieren.
Die Entscheidung, einen Bademantelgang zu bauen, habe anfangs etliche Fragen aufgeworfen, sagte Andreas Poth, Geschäftsführer des Kurhotels. In zehneinhalb Monaten sei der sechs Meter hohe, 84 Meter lange Gang über den Lauterbach erbaut worden. 24 Tonnen Stahl und 110 Tonnen Beton seien verbraucht worden.
Weil englisches Vokabular im Tourismussektor üblich sei, habe man sich überlegt, wie das Wort Bademantelgang ins Englische übersetzt werden könne - und habe den Gang "Sky Walk" getauft.
Die direkte Verbindung "vom Bett zum Bad" steht auf sieben Pfeilern, die erforderlich wurden, weil das Bauwerk den Hochwasserbereich der Lauter überspannt. Die Gäste des Kurhotels gelangen nun direkt ins Thermalbad, sie müssen nicht mehr bei Wind und Wetter außen herum zur Kasse laufen und womöglich anstehen. Ihre Kleider und Wertsachen lassen sie im Hotelzimmer, so dass die 284 neuen Kleiderschränke der Therme voll und ganz den externen Besuchern zur Verfügung stehen.


Die Religion der Moderne

Pastoralreferent Josef Ellner und Pfarrer Matthias Hagen segneten das neue Bauwerk. Als "Mitarbeiter der Firma Gott & Sohn" sei er hier, sagte Ellner, und er habe sich gefreut, dass man das sperrige Wort Bademantelgang fränkisch kürzer und treffender als "Sky Walk" bezeichnen könne. Angesichts des Stellenwerts, den der Wellnessbereich heute habe, kam er zu der Feststellung: "Gesundheit ist die Religion der Moderne."
Landrat Christian Meißner, Andreas Poth und Bad Staffelsteins Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) schnitten dann das rote Band durch und eröffneten den Bademantelgang. Viele geladene Gäste nutzten die Gelegenheit, erstmals als Skywalker über den geschwungenen Brückenbau zu flanieren, dessen Inneres klimatisiert ist. Durch viele Fenster fällt Tageslicht herein. Der dreifarbige Außenbereich fügt sich gut ins Ensemble zwischen Kurhotel, Therme und Schön-Klinik ein.


Kosten von 5,8 Millionen Euro

Auf der anderen Seite des Gangs erwartet den Thermen-Besucher viel Neues. Der Zweckverband Thermalsolbad hatte im vergangenen Jahr damit begonnen, den Umkleidebereich zu erweitern und die Badehalle II zu modernisieren. Die Bauarbeiten mit einem Kostenvolumen von rund 5,8 Millionen Euro sind nun zu 99 Prozent abgeschlossen, lediglich am Umkleidebereich sind noch Restarbeiten auszuführen.
Zentrales Element der Badehalle II ist weiter das große Innenbecken, dessen Blickfang nun ein großer, abstrakter Salzkristall aus hinterleuchtetem Lichtbeton ist. Neu eingebaut wurden in diesem Bereich Massagedüsen und Bodensprudler für den Fuß- und Wadenbereich.
Der Clou der Erweiterung ist das Soleum. In diesem Raum sorgt ein kleines Gradierwerk aus Schwarzdornreisig für eine angenehme Atmosphäre. Sternförmig angeordnete Liegen locken mit weichen Polstern und lenken den Blick auf den Mittelpunkt des Raumes: Das runde Gradierwerk, dessen Aerosol aus der Staffelsteiner Ursole gut für die Atemwege ist.


Dampfbad völlig neu gestaltet

Völlig überarbeitet wurde das Dampfbad. Dort herrschen weiter milde Wärme und angenehm hohe Luftfeuchtigkeit. Beeindruckend ist hier die neue Effektbeleuchtung.
Anstelle der bisherigen Solarien sind zwei neue großzügige Wellness-Räume mit Duschen entstanden.
Im Detail wurde bei der Modernisierung noch viel mehr geändert - Oberlichter und Möblierung, Haus- und Badewassertechnik sowie Erfordernisse des Brandschutzkonzepts. Zahlreiche technische Neuerungen wurden bewusst vor dem Auge des Besuchers verborgen.
Der neue Umkleidebereich im Obergeschoss ist das räumliche und gestalterische Bindeglied zwischen Therme, Sauna-Land und Bademantelgang. Auf einer Fläche von 478 Quadratmetern befinden sich dort nicht nur 284 neue, farblich ansprechend gestaltete Umkleideschränke, sondern auch zwölf Einzelumkleiden, zwei Fönbereiche mit neun Plätzen sowie Duschen und Toiletten. Neu ist auch der Partner-Massageraum mit zwei Liegen und Aussicht aufs Maintal.