Mit einem Festkommers feiert der TSV Presseck am morgigen Freitag sein 125-jähriges Bestehen. Alle Mitglieder, Freunde und Gönner sind zu dem Festabend in das Sportheim Schützenhaus eingeladen. Neben zahlreichen Ehrungen wird den Besuchern in kurzweiliger Form auch die Vereinsgeschichte präsentiert. Saalöffnung ist um 19 Uhr.
Die Aufzeichnungen zur Geschichte des TSV Presseck sind genau: Am 25. Juli des Jahres 1891 gründeten 31 Männer den Turn-Verein Presseck. Der TV Helmbrechts war der Patenverein, 1894 fand bereits die Fahnenweihe mit Umzug und Schauturnen statt. Das Turnen stand von 1905 bis 1913 in hoher Blüte in Presseck.
1912 wurde in Presseck eine Fußballmanschaft ins Leben gerufen. Diese beteiligte sich unter dem Namen SpVgg Presseck von 1912 bis 1923 am Spielbetrieb. Zur Kunreuther Kerwa im Jahre 1912 fand das erste offizielle Fußballspiel statt. Gast war der BSC Kulmbach, die Pressecker gewannen auf der "Pächterswiesn" mit 2:1.


Die Fusion

Am 1. Januar 1923 fusionierten der Turn-Verein Presseck und und die SpVgg Presseck zum Turnverein Presseck. Dies erfolgte mit der Einsicht, dass eine Konzentration der sportbegeisterte Kräfte besser sei, als sich gegenseitig zu bekämpfen. So ging man sportlich stark im Frankenwald-Turngau an den Start, wobei Fußball dem Turnen längst den Rang abgelaufen hatte. Am 16.April 1946 erfolgte die Wiedergründung, 36 Mitglieder traten dem neuen Verein bei, erster Vorsitzender der Nachkriegsgeschichte wurde Karl Ott.
Nahezu revolutionär für die damalige Zeit war die Gründung einer Damen-Handballmannschaft. Von 1946 bis 1949 flogen die Damen geradezu von Erfolg zu Erfolg. Eine Theatergruppe und eine Gesangsgruppe hatten zudem reichen Zulauf.
1956 erwarb der TSV ein 2,50 Hektar großes Grundstück am Pressecker Knock, bereits am 21.6. 1959 erfolgte die Einweihung der Sportanlage, die fortan den Namen Alfred-Bodenschatz-Sportstätte hatte.
Dann kam das Jahr 1953: Der Torwart des Bayernligameisters FC Amberg, Hans Aures, schlug aus beruflichen und privaten Gründen seine Zelte in Presseck auf. Das gab neue Impulse: Der TSV meldete eine zweite Mannschaft, die Jugendmannschaft wurde im Spieljahr 1955/56 Meister ihrer Gruppe. Die erste Krönung seiner Arbeit erfuhr Hans Aures nach der Saison 1956/57: In einem dramatischen Spiel siegte die Pressecker Elf gegen den BSC Kulmbach mit 4:3 Toren, errang die Meisterschaft und stieg erstmalig in die damalige A-Klasse auf.
Bereits Ende der Neunziger Jahre deutete sich an: Ein Kreisligaaufstieg liegt in der Luft: Im Jahre 2002/2003 war es dann so weit: Als souveräner Meister der Kreisklasse Kulmbach ging es eine Etage höher. In einer goldenen Ära errangen die Fußballer des TSV Presseck dreimal die Vizemeisterschaft, waren mehrfach unter mehr als 100 Mannschaften im Finale der Hallenrunde und standen zweimal im Finale des Toto Pokals auf Kreisebene. Unvergessen sind die Spitzenspiele der Kreisliga vor großer Kulisse: Gegen Stadtsteinach und Bindlach säumten fast 500 Zuschauer den Spielfeldrand.
Von Lydia Aures initiiert, und zwanzig Jahre von Sabine Hoffmann geführt: die TSV Gymnastikdamen sind ab 1990 eine eigene Abteilung im Verein, und sind bis heute mit rhythmischer Sportgymnastik und Showtänzen ein echter Botschafter für den Verein. Robert Straub war es, der das Tischtennis-Spiel fest im TSV verankerte. 1998 gründete er eine Tischtennisabteilung im TSV. Bis zu sechs Mannschaften nahmen am Spielbetrieb teil, der Weg der 1.Mannschaft führte bis in die oberfränkische Eliteliga.
Auch die Fußball-WM 2006 strahlte bis Presseck. Der deutsche Fußballbund spendete der Nation 1000 Soccercourts und wollte damit die zeitgemäße Form des Jugendfußballs fördern. Mehr als 10 000 Anträge lagen in Kürze beim DFB in Frankfurt vor. TSV-Vorsitzender Gerhard Leinfelder war unter den ersten Antragstellern und benötigte dennoch am Ende Hartnäckigkeit und gute Argumente.


Das größte Bauprojekt

Enorm war die Unterstützung aus der Bevölkerung beim größten Bauprojekt der Vereinsgeschichte: dem An - und Umbau des Sportheimes Schützenhaus mit einem Kostenvolumen von 1 398 000 DM. Nach 19 Monaten war Einweihung, eines der schönsten Sportheime Oberfrankens trat seinen Dienst an.