Polizeihauptmeister Thomas Bäuerlein von der Polizei-Inspektion Ebern besuchte auf Einladung von Lehrerin Marina Bittruf die 8. Klassen der Mittelschule Ebern.
Im Vorfeld des Besuches von Polizeihauptmeister Thomas Bäuerlein hatten die Mittelschüler im Unterricht bereits das Thema "Sucht", speziell im Hinblick auf Alkohol und Zigaretten, behandelt. Nach einem kurzen Überblick über Drogen im Allgemeinen setzte Bäuerlein in seinem Vortrag einen Schwerpunkt auf illegale Drogen, und dabei speziell auf Cannabis und sogenannte "legal highs", da diese Drogen als Einstiegsdrogen gelten und für Jugendliche am ehesten zu erwerben sind.
Die Schüler erfuhren unter anderem, wie die Marihuanapflanze verarbeitet wird, wie Cannabis konsumiert wird und welche Wirkung die Droge hat. Interessant war es auch, immer wieder aus dem reichhaltigen Erfahrungsschatz des Polizisten zu hören. So erzählte er beispielsweise von Drogenkarrieren, von Hanfplantagen in Wohnungen, von Verkehrskontrollen und wie sich Drogenkonsumenten in solchen Situationen verhalten. Bäuerlein konnte seine Zuhörer eindrucksvoll von den Gefahren des häufig als harmlos geltenden Cannabis überzeugen.
Zusammengepanschte Drogen
Spannend wurde es, als der Polizeihauptmeister eine "Tüte voll Mist" auspackte. Hierin waren alle "Zutaten", die in Kräutermischungen enthalten sind: Abfälle von Tee, der Wirkstoff JWH-018, Aceton oder Felgenreiniger und Paraffin, "damit's schön qualmt". Diese Zutaten werden in Betonmischmaschinen vermengt, häufig schlampig zusammengepanscht und als Kräutermischung oder "Lufterfrischer" meist im Internet angeboten und verkauft. Dabei erzielen die Dealer Gewinne von über 3000 Prozent.
Der Konsument muss neben einem kurzen Rauscherlebnis auch Übelkeit, Durchfall, Schüttelfrost, Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, extreme Stimmungsschwankungen, Emotionslosigkeit oder Depressionen in Kauf nehmen. Auch Todesfälle sind nach dem Konsum von "legal highs" schon vorgekommen.
Besonders beeindruckt waren die Schüler von der mitgebrachten "Drogenpyramide". Hier wurden die Konsequenzen von Verstößen nach dem Betäubungsmittelgesetz visuell dargestellt, wie zum Beispiel Personenkontrollen, Durchsuchungen, Sicherstellung von Handys (was einige Schüler sehr beeindruckte und ängstigte), Festnahmen, erkennungsdienstliche Behandlungen (Fotos und Fingerabdrücke), Speichel- und Urinprobe und letztlich das Hinzuziehen der Eltern. Auch das weitere Verfahren (Gerichtsverhandlungen, Sozialstunden, Auflagen, Geldstrafen, Jugendarrest) wurde bildhaft erklärt.
Aber damit nicht genug: Auch Fahrverbote, Führerscheinentzug oder die MPU ("Idiotentest") können einem blühen, auch wenn man "nur ein Gramm" Gras bei sich hat. Und bei Schülern und Minderjährigen wird auch das Jugendamt eingeschaltet.
Schüler waren begeistert
All das ist unschön, sehr nervenaufreibend, mit Stress verbunden und kostet auch noch sehr viel Geld. "Ist es das wert?", fragte Bäuerlein.
Alle Schüler waren vom Vortrag mit konkreten Beispielen und beruflichen Erfahrungen begeistert und bedankten sich nach einer kurzen Fragerunde mit Applaus. Die Mittelschule
Ebern hofft für jeden einzelnen Schüler, dass ihnen durch den Vortrag die Konsequenzen bewusst wurden und sie dadurch ihre Lehren aus dem Umgang mit Betäubungsmitteln bereits im Vorfeld ziehen können.
red