Arkadius Guzy

Nicht erst das extrem trockene Jahr 2015 macht die Wasserversorgung zu einem wichtigen Thema für die Landwirtschaft. So wird der Ökoverband Naturland vielleicht noch in diesem Jahr eine Wasserschutzrichtlinie beschließen. Das teilte Wolfgang Patzwahl, Naturlandfachberater für Obst- und Weinbau, bei einer Versammlung in Hammelburg mit.
Im Weingut Schloss Saaleck trafen sich sieben fränkische und rheinhessische Mitgliedswinzer, um sich über die Arbeit des Verbands zu informieren. Die neue Richtlinie wird auch sie betreffen. Mit ihr soll zum Beispiel eine Übernutzung des Grundwassers vermieden werden. Auch welche Wasserquellen benutzt werden, sei Inhalt der Richtlinie, wie Patzwahl erklärte, der an den Bestimmungen selbst mitarbeitet.
Die Fachgruppe Wein zählt laut Patzwahl 41 Öko-Winzerbetriebe. Davon sind 30 in Deutschland ansässig und elf im Ausland - Italien, Frankreich, Österreich. Insgesamt macht das 402 Hektar Biowein. Pro Jahr kämen ein bis zwei Betriebe dazu. Aktuell gebe es Gespräche mit zwei Weinbauern. Das Weingut Schloss Saaleck gehört zu einem der jüngsten Neuzugänge, weshalb die Versammlung der Fachgruppe diesmal zum ersten Mal in Hammelburg stattfand.


Mitgliederzahl wächst

Paul Knoblach, Mitglied des Naturlandpräsidiums, zeigte sich mit der allgemeinen Entwicklung des Verbands zufrieden. Er sprach von einem zehnprozentigen Zuwachs bei Betrieben und Fläche für 2015. "Das hat kein anderer Ökoverband erreicht."
Ein Thema des Treffens war der Pflanzenschutz, zum Beispiel im Kampf gegen die Kirschessigfliege. Wie Patzwahl deutlich machte, nutzen auch Naturlandwinzer und -landwirte Pflanzenschutz. Allerdings mit einem Unterschied zum konventionellen Landbau: Die Substanzen käme auch in der Natur vor und seien keine vom Menschen neu geschaffenen Verbindungen. Die Anzahl der verwendeten Mittel ist bei uns kleiner und das Risiko bekannt, sagte Patzwahl.