Trebgast —  "Bei der Beratung des Haushalts 2021 haben wir auch die Tatsache berücksichtigt, dass schwierige finanzielle Zeiten auf uns zukommen werden, in denen wir uns ganz auf unsere Pflichtaufgaben konzentrieren müssen", eröffnete Bürgermeister Herwig Neumann (CSU/NWG) die Verabschiedung des Haushaltsplans 2021. Dennoch sei es wieder gelungen, einen zukunftsträchtigen Haushalt aufzustellen.

Es ist ein Rekordhaushalt, den Kämmerer Tobias Müller dem Gremium so vorstellte: "Die Finanzplanung und das Investitionsprogramm werden die Gemeinde in den nächsten Jahren prägen." Das Gesamtvolumen von 6 605 100 Euro (plus 14,26 Prozent gegenüber Vorjahr) wird dominiert vom Vermögenshaushalt, der mit 3 567 100 Euro (plus 32,54 Prozent) eine Vielzahl von Investitionen abbildet.

Vorrang haben der Umbau der Grundschule mit 1 160 000 Euro, und der neue Hortanbau mit 880 000 Euro. Beide Vorhaben sollen bis zu Beginn des neuen Schuljahres abgeschlossen sein. Dann steht mit dem Neubau des Kindergartens bereits der nächste "Hotspot" ins Haus. Der Abbruch der bisherigen Einrichtung soll in den Sommerferien erfolgen. Bereits jetzt ist ein Trend zu erkennen, wonach beim Rohbau mit Steigerungen von 20 bis 30 Prozent zu den vorher ermittelten Kosten zu rechnen ist. Träger dieser Einrichtung ist zwar die Kirchengemeinde, aber es deutet sich schon an, dass die Mehrkosten zum größten Teil an der Kommune hängen bleiben werden.

Unmut über die Kirche

Dabei stößt der Beschluss der Landeskirche, ihren Anteil auf fünf Prozent der Baukosten zu deckeln, nicht bei allen auf Verständnis. "Die Kirche geht hier mit uns nicht im Gleichschritt, sondern wir werden nur hinterhergezerrt", bringt Martin Sesselmann seinen Unmut zum Ausdruck. Er übt auch Kritik an der Interimslösung, wonach der Kindergarten während der Bauzeit im Kantorat untergebracht wird. Der dafür notwendige Umbau wurde wesentlich teurer als vorgesehen. Als Zuschuss der Gemeinde müssen hier 66 000 Euro aufgewendet werden. Nach Meinung von Sesselmann wären Container günstiger gewesen.

"Kinderbetreuung ist eine gemeindliche Pflichtaufgabe", bringt es Bürgermeister Herwig Neumann auf den Punkt. "Wir müssen den eingeschlagenen Weg gehen, er ist alternativlos." Auch für Albert Kolb (SPD/WG) deutet sich bei diesem Projekt keine Traumlösung an, "aber wir sollten froh sein, die Kirche mit im Boot zu haben".

Die Verschuldung der Gemeinde beträgt am Jahresende voraussichtlich 1 145 000 Euro, das sind 727 Euro je Einwohner. Die jahrelang unveränderten Hebesätze wurden zum 1. Januar 2021 angehoben und liegen jetzt bei den Grundsteuern A und B, sowie der Gewerbesteuer jeweils bei 320 Prozentpunkten. Erfreulich ist die zu erwartende Beteiligung an der Einkommensteuer mit 995 000 Euro. "Das bedeutet, dass die Trebgaster Bürger im Jahr etwa 66 Millionen Euro an Steuern zahlen", rechnete Albert Kolb nach.

"Mit dem geordneten Haushalt 2021 können viele Projekte umgesetzt werden. In den nächsten Jahren muss aber auch ein verstärktes Augenmerk auf die Einnahmenseite gelegt werden", schloss der Kämmerer ab.

Der Haushaltsplan 2021, die Finanzplanung 2020 bis 2024 und das Investitionsprogramm 2020 bis 2024 wurden einstimmig verabschiedet.