Gerhard Deutschmann Die Messa da Requiem von Giuseppe Verdi gehört zweifelsfrei zu den eindrucksvollsten Werken dieser Gattung, auch wenn hier immer wieder der Opernkomponist Verdi hindurch zu hören ist.

Mit einem imposanten Aufgebot von über insgesamt mehr als Choristen aus drei Chören samt vier Gesangssolisten und dem Philharmonischen Orchester des Landestheater erlebte die bis hinauf zum letzten Emporenplatz besetzte Coburger Morizkirche unter der souveränen, eindrucksvoll gestaltenden Leitung von Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein eine rund herum gelungene, nachhaltig wirkende Wiedergabe des monumentalen Werks.

Tags zuvor hatte eine ebenso bedeutsame Aufführung des Requiems in gleicher Besetzung unter Generalmusikdirektor Roland Kluttig in der Stadtkirche Heilig Dreifaltigkeit In Bayreuth stattgefunden.

Vorzügliche Vokalsolisten

Ein absteigender a-Moll-Akkord, dann vier absteigende Tonleitertöne. Damit beginnt schlicht diese 1873 entstandene Komposition, die Verdi unter dem Eindruck des Todes seines von ihm verehrten Dichter-Idols Alessandro Manzoni schuf. Verhalten setzt der Chor mit "Requiem aeternam" ein, der sich im "Te decet hymnus" anfangs beinahe zu laut steigert.

Im folgenden "Kyrie" mit Solo-Quartett und Chor kommen erstmals die vorzüglichen Gesangssolisten des Landestheaters zur Geltung: Olga Shurshina mit hellem, raumfüllenden Sopran, Kora Pavelic mit warmem, tragfähigem Mezzosopran, Roman Payer mit strahlendem, wandlungsfähigem Tenor und Michael Lion mit sonorem, kräftigem Bass.

Mit elementarer Wucht

Im "Dies irae" hat der Chor einen seiner wirkungsvollsten Auftritte. Mit elementarer Wucht, wie entfesselt gelang diese schaurige Schilderung des Jüngsten Gerichts durch die bestens geschulten Chöre des Coburger Bachchors, des Landestheaters und der Stadtkantorei Bayreuth, die trotz der Masse durch Beweglichkeit und Präzision glänzten.

Sorgsam gestaltet

Von großartiger Wirkung war sodann das "Tuba mirum", bei dem vier Trompeten auf der Orgelempore mit weiteren vier aus dem Orchester bildhafte Assoziationen hervorriefen. Noch zweimal zitiert Verdi im weiteren Verlauf der Komposition das "Dies irae". Weitere dankbare und wirkungsvolle Partien des Chors, gleichfalls makellos und eindrucksvoll ausgeführt Aaren die virtuosen "Sanctus"- und "Libera"-Fugen.

Stets sicher und homogen erfüllten die Solisten ihre vielfältigen Aufgaben, sei es solo, im Duett, Terzett oder Quartett. Klangvoll und sensibel, aber ebenso schlagkräftig ließ sich das Philharmonische Orchester des Landestheaters in gewohnter Qualität vernehmen. Als jederzeit sicherer und sorgsam gestaltender Leiter des Ganzen zeigte sich Peter Stenglein, der den Reichtum der großartigen Partitur voll ausschöpfte und stets ein sicherer Lotse durch deren nicht geringe Klippen war.

Reichlich Beifall

So kam am Ende eine bewegende Aufführung zustande, die mit reichem Beifall bedacht wurde.