Die Diskussionen über ein weiteres Gewerbegebiet in Himmelkron ziehen immer weitere Kreise. Jetzt hat sich auch Monika Graß, Vorsitzende der Ortsgruppe Marktschorgast des Bundes Naturschutz zu Wort gemeldet.

Sie nimmt Bezug auf ein Interview, in dem der Himmelkroner Bürgermeister Gerhard Schneider geäußert hatte, dass es dem Marktgemeinderat in Marktschorgast mit dem örtlichen Naturschutzbund beispielhaft gelungen sei, ein Gewerbegebiet zu entwickeln ("Permanente Unruhe hat eine klare Ursache", BR vom 11. August).

In einer Stellungnahme widerspricht Monika Graß der möglichen Schlussfolgerung, die BN-Ortsgruppe des BN in Marktschorgast habe das Gewerbegebiet mit entwickelt oder finde es gut. Hier der Brief im Wortlaut:

"Anders als in Himmelkron hat die Ausweisung des Gewerbegebiets bereits vor vielen Jahren stattgefunden, sodass lediglich neue Vorgaben bezüglich Straßenbreiten etc. umgesetzt wurden und es für die Ortsgruppe keine Möglichkeit gab, das Projekt zu verhindern. Wir sind deshalb auch nicht tätig geworden.

Verkehr sollte von der Straße auf die Schiene und das Verbrennen fossiler Kraftstoffe wo immer möglich vermieden werden, sodass der Bau einer Tankstelle mit Lkw-Stellflächen und die damit verbundene Versiegelung landwirtschaftlicher Flächen sicher nicht im Sinne einer BN-Ortsgruppe ist.

Naturschutz ist Menschenschutz

Mit dem heutigen Wissen über Artensterben und Klimawandel und in Anbetracht der Naturkatastrophen weltweit sollte jedem, nicht nur Naturschützern, klar sein, dass wir jetzt und in Zukunft wesentlich sensibler mit Wasser, Boden, Luft und Energie umgehen müssen und jede unnötige Belastung unbedingt verhindert werden sollte. Umwelt- und Naturschutz ist immer auch Menschenschutz, da wir ein Teil davon sind.

Leider zeichnet sich immer mehr ab, dass die Weissagung der Cree ("Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann!") wahr werden wird, wenn nicht mehr Menschen bereit sind, sich für eine gute eigene Zukunft, aber auch für eine lebenswerte Zukunft aller Menschen und nachfolgender Generationen einzusetzen. Ihre BN-Ortsgruppe würde sich über Unterstützung sehr freuen.

Durchaus als Vorbild dienlich

Der Blick des Herrn Schneider auf die Marktgemeinde Marktschorgast ist zwar bezüglich des Gewerbegebiets nicht passend, aber was die Kommunikation, die entgegengebrachte Wertschätzung und gemeinsames Handeln zwischen der Kommune und der BN-Ortsgruppe angeht, durchaus als Vorbild dienlich." red