von unserer Mitarbeiterin Petra Malbrich

Gräfenberg — In den nächsten Wochen wird in den Außenorten der Stadt Gräfenberg viel gegraben werden. Grund für diese regen Bautätigkeit sind die Erdverkabelungsarbeiten des Bayernwerks. Damit fällt auch der Startschuss, die Straßenbeleuchtung wieder ein Stück weit in eigene Hände zu bekommen.
Bislang versuchte das Bayernwerk, seine Wartungsverträge schmackhaft zu machen; diese Verträge aus dem Jahre 2011 allerdings machten es der Stadt nahezu unmöglich, das Straßenbeleuchtungsnetz zu übernehmen. Erstaunlicherweise waren bei einem Gespräch mit dem Bayernwerk aus deren Reihen nun andere Töne zu hören, wie es aus dem Rathaus heißt. Wenn 2017 der Wartungsvertrag ausläuft, kann die Stadt die Wartung wieder selbst übernehmen.
Dazu müssten aber verschiedene Voraussetzungen geschaffen werden. Eine davon ist die Aufteilung der Stromnetze - aus Sicherheitsgründen. Die Verteilerkästen im Stadtgebiet aufzugliedern, wäre eine der Folgen, denn das Bayernwerk behält das Stromnetz, während die Stadt wieder das Netz zur Straßenbeleuchtung übernimmt.
Die Kosten müsste Gräfenberg schultern - gut 57 700 Euro. Die Netztrennung könnte aber stufenweise erfolgen. Auch ein Rückkauf der Straßenlampen, die nicht komplett von der Stadt bezahlt wurden, wäre möglich, und alle neuen LED-Anlagen gehen ohne Zusatzkosten ins Eigentum der Stadt über.
Bislang war die Erdverkabelung der zehn Kilometer Überlandleitungen eine Hürde für Gräfenberg, denn die Stadt hätte das, so die Forderung des Bayernwerks, selbst verlegen müssen. Diese Hürde entfällt nun aufgrund der anstehenden Erdverkabelung durch das Bayernwerk. Die Kosten für die Stadt würden - im Gegensatz zu 2011, als von 1,5 Millionen Euro Baukosten die Rede war - eine untergeordnete Rolle spielen. Nun seien die Vorgaben vom Bayernwerk tragbar und über die nächsten Jahre zu verteilen.
"Wir würden bei Neuinstallationen in den bestehenden Wartungsvertrag einsteigen, baldmöglichst kündigen, die Netze trennen und dann wieder Eigentümer des Beleuchtungsnetzes sein", freut sich Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD).

Ein günstiges Angebot

14 000 Euro für einen Kilometer Straße in Thuisbrunn wurde als Beispiel zitiert. Dass dies günstig ist, bezweifelte niemand. "Mir fehlt der Glaube, dass das Bayernwerk etwas tut, was für uns ein Vorteil ist", fügte Matthias Striebich (Grüne) skeptisch an. Wie die Kosten auf die Anlieger verteilt werden, wollte Hans Weber (FW) wissen. Das hänge davon ab, ob es sich um eine Hauptstraße oder um eine Erschließungsstraße ohne Durchgangsverkehr handele. Dementsprechend werde der Anteil der Anlieger berechnet.
Werner Wolf (FW) kritisierte die Zusatzvereinbarung. Demzufolge möchte das Bayernwerk 50 Prozent der Summe bei Auftragsbestätigung, was im Falle Thuisbrunn 25 000 Euro wären. Diesen Zusatz sollte man streichen, fügte Steinlein an.
Alle Stadträte stimmten den Vertragsangeboten des Bayernwerks für die Ortschaften zu; gebaut wird in Höfles, Sollenberg, Thuisbrunn und Lilling.