Mit feierlichen Gottesdiensten wurde in den katholischen Kirchen des Frankenwaldes das Hochfest Mariä Himmelfahrt in würdiger Weise begangen. Es ist das bedeutendste Marienfest der römisch-katholischen Kirche. Verbunden damit ist der Brauch der Kräuterweihe.

Die Kräutersegnung geht bis in die graue Vorzeit zurück und hat durchaus vorchristliche Wurzeln. Schließlich haben zu allen Zeiten die Menschen das Bedürfnis verspürt, Gott - unter welcher Gestalt sie ihn auch immer verehrten - dafür zu danken, dass er ihnen mit den Kräutern der Felder und Wiesen Mittel gegen die bedrohlichen Krankheiten gegeben hat. Im Winter war der Kräuterbuschen so etwas wie eine Art Hausapotheke für die einfachen Menschen.

Landkreisweit nimmt beim Katholischen Frauenbund Stockheim die Kräuterweihe einen besonders hohen Stellenwert ein. Vor Mariä Himmelfahrt waren zehn Frauen mit Kirchenpflegerin Elvira Ludwig im Pfarrheim damit beschäftigt, Kräuterbuschen zu binden, die die ganze Pracht der Natur zum Ausdruck bringen. Berücksichtigung fanden die Corona-Vorsichtsmaßnahmen.

Genug Kräuter trotz Trockenheit

Aufgrund der monatelangen Trockenheit war man zunächst ohne große Erwartungen. Doch die Szene änderte sich schlagartig nach dem Eintreffen der Frauen. Wider Erwarten war genügend Material vorhanden. Verwendung fanden dabei vor allem Kamille, Schafgarbe, Johanniskraut, Beifuß, Wasserminze, Weidenröschen, Goldrute, Thymian, Baldrian, Zitronenmelisse, Majoran sowie Blumen. Schließlich war dann an Mariä Himmelfahrt der Katholische Frauenbund Stockheim im Gottesdienst mit eingebunden. Zuvor verkaufte man die Kräutersträuße, die in der Kirche gesegnet wurden. Der Erlös kommt der Pfarrkirche St. Wolfgang zugute. Den Gottesdienst zelebrierte der indische Pater Ignatius, der mit einem Marienlied auf Indisch überraschte. Unterstützung fand er durch Diakon Wolfgang Fehn. An der Orgel spielte Organist Michael Lutz. gf