Mit einer Fahrt zu den Luisenburg-Festspielen hat die Gemeinde Stettfeld die Theaterkids der Stettfelder Freilichtbühne für den ersten Platz beim Gesamtfränkischen Kinder- und Jugendtheatertag in Königsberg belohnt.
Jetzt war es soweit, und die Kinder und ihre Betreuer machten sich auf nach Wunsiedel, um dort das Familienstück "Heidi" zu erleben. Nach der grandiosen Vorstellung kam für die Kinder und Erwachsenen der eigentliche Höhepunkt des Tages. Stefan Ey, Laura Wirthmüller und Sabrina Ronacher vom Team der jungen Luisenburg erwarteten die jungen Schauspieler zu einer Führung hinter die Kulissen der Freilichtbühne. Die Kinder und ihre Begleiter erhielten einen beeindruckenden Einblick in die Arbeit eines professionellen Theaterbetriebs.
Der erste Weg führte durch den Bühneneingang zum Aufenthaltsraum der Schauspieler und zu einem Treffen mit Paul Kaiser, dem Darsteller des
"Almöhi". Geduldig beantwortete er die vielen Fragen und hatte für seine jungen Kollegen auch den einen oder anderen Profi-Tipp parat. So erfuhren die Theaterkids zum Beispiel, dass der Text für das Stück schon vor der ersten Probe gelernt werden muss. "Wir können nicht mit ungelerntem Text in eine Probe gehen". Und wichtig sei die regelmäßige Anwesenheit aller Schauspieler, erklärte er. "Wenn wir eine Massenszene mit 20 Leuten proben und drei sind nicht da, hat das keinen Sinn", schilderte er.
Beeindruckend war es für die Kinder zu erfahren, dass nur bei den Gesangspassagen des Stücks Mikrofontechnik zum Einsatz kommt. "Alles, was gesprochen wird, spielen wir ohne Mikrofon", berichtete Paul Kaiser.
Dabei erfuhren die jungen Schauspieler auch, dass die Bühne der Luisenburg akustisch nur wenig verzeiht. "Wenn man nach hinten spricht, ist der Ton weg und du hörst im Zuschauerraum nichts mehr."


Durch das Labyrinth

Der nächste Weg führte durch das Labyrinth der Theaterkatakomben auf die Bühne, was den Respekt vor der Leistung der Schauspieler noch einmal erhöhte. Die steilen, ungleichmäßigen Granitstufen, die die verschiedenen Ebenen miteinander verbinden, waren bereits bei bestem Sommerwetter mit strahlendem Sonnenschein eine Herausforderung. "Und jetzt stellt euch das bei Nacht, Regen und mit hochhakigen Schuhen vor", sorgte Stefan Ey für große Augen bei den Stettfeldern.
Weiter ging es auf die Seitenbühne, wo die Kulissenteile für alle Produktionen der diesjährigen Spielzeit fein säuberlich gelagert werden, in den Raum des Inspizienten, die Requisite, die Werkstätten, die Maske und die Kostümschneiderei. Vom Probenraum der Musiker bis hin zur Waschküche und dem Kostümlager blieb kaum eine Tür versperrt und keine Frage unbeantwortet. "Warum habt ihr eigentlich so viel Plastikobst und Fleisch auf der Bühne?", wollte Felix Kuhn wissen. "Stell dir vor, das wäre alles echt, da würde unheimlich viel verderben und das wäre doch Verschwendung, oder?", antwortete ihm Stefan Ey. "Unsere Requisite macht sich viele Gedanken und recherchiert sehr viel, damit hinterher auch alles gut aussieht." Dieses nahtlose Zusammenspiel aller Abteilungen sei es, was Theater ausmache. "Theater funktioniert nur gemeinsam", war Stefan Eys Fazit, das mit einem zustimmenden Nicken aller Beteiligten quittiert wurde. cz