Keine Mehrheit für autofreie Sonntage

Die Grünen-Fraktion hatte vorgeschlagen, testweise an sechs Sonntagen im Sommerhalbjahr die Innenstadt zwischen Ehrenburg, Theater und Marktplatz für den Autoverkehr zu sperren. Um Menschen in die Stadt zu locken, sollten Aktionen vorbereitet werden. Doch die Verwaltung sei derzeit nicht imstande, das auch noch zu stemmen, sagte Oberbürgermeister Dominik Sauerteig in der Stadtratssitzung. Das war die unausgesprochene Bitte an die Grünen, den Antrag zurückzunehmen. Doch die wollten nicht, obwohl auch Jürgen Heeb (WPC) das empfahl: "Wenn wir jetzt abstimmen, befürchte ich, dass der Antrag abgelehnt wird." Sauerteig hatte auch vorgeschlagen, dass die Grünen im Vorfeld selbst mit Kinderschutzbund, Stadtjugendring und Domino sprechen sollten, ob diese Verbände bereit und in der Lage seien, an den autofreien Sonntagen Aktionsangebote für Kinder zu machen. Doch das lehnte Melanie Becker (Grüne) ab: Es sei ehrenamtlich tätigen Stadträten noch weniger möglich als hauptamtlichen Verwaltungskräften. Gegen elf Stimmen wurde der Vorschlag am Ende abgelehnt. sb

"Nicht selbst

in Feiern einladen"

Am 5. Juni 2022 wollen die Briten das 70. Krönungsjubiläum von Queen Elizabeth mit einer großen Parade feiern. Die Stadt Coburg könne sich doch daran beteiligen, vielleicht gemeinsam mit den Städtepartnern von der Isle of Wight, schlug die WPC vor. "Ich pflege nicht, mich selbst in Feiern einzuladen", kommentierte OB Sauerteig, als er den Antrag zur Abstimmung stellte. Jürgen Heeb (WPC) wies auf die Medienpräsenz hin, die Coburg mit einer solchen Aktion erhalten könne, ähnlich wie vor einigen Jahren mit dem Weihnachtsbaum für die Queen. Norbert Tessmer (SPD) erinnerte jedoch daran, dass die Familie der Queen im Ersten Weltkrieg auf Druck der Bevölkerung den deutschen Namen Saxe-Coburg abgelegt habe und sich seither Windsor nannte. Anstatt "fähnchenschwingend" durch London zu ziehen, solle Coburg lieber die "diskrete und herzliche Verbundenheit mit der Isle of Wight weiterführen", sagte Tessmer. Damit stand er auf der Seite der Stadtratsmehrheit. sb