Die Herbstvollversammlung des Stadtjugendrings als höchstem jugendpolitischem Gremium aller Jugendgruppen und Jugendverbände in Bamberg fand in der Kufa-Kulturfabrik der Lebenshilfe statt. Im Mittelpunkt stand die Verabschiedung eines Corona-Nothilfeprogramms für die Bamberger Jugendarbeit.

In den aktuellen Zeiten bieten viele Verbände mit kreativen Lösungen wie Online-Gruppenstunden oder Veranstaltungen im Freien der Krise die Stirn. Das von Sebastian Groß von der Naturfreundejugend vorgestellte Projekt eines "Klimapfades" im Hain zeigt beispielhaft, was möglich ist, wenn Jugendarbeit nach draußen verlegt wird. Aber viele Jugendverbände können ihre Inhalte nicht einfach an der frischen Luft umsetzen und haben deshalb sogar existenzielle Sorgen, da ihre Jugendarbeit aufgrund der Einschränkungen schlichtweg nicht mehr möglich ist und deshalb komplett eingestellt werden musste.

So berichtete Till Schreiber vom Bamberger Komitee von AFS Interkulturelle Begegnungen e.V., dass die Mitglieder durch die Reisebeschränkungen ihren Vereinszweck nicht mehr erfüllen können und bundesweit auf eigene Kosten etwa 1000 Jugendliche aus den vielen Partnerländern zurück nach Deutschland holen mussten. Ihre eigentliche Arbeit, der internationale Jugendaustausch, ist derzeit unmöglich - ob das Bamberger Jugendkomitee die Durststrecke überleben wird, bezweifelt er sehr.

Am meisten leiden die Gruppenleiter und Jugendlichen darunter, dass der persönliche Kontakt im Frühjahr für lange Zeit und nun im Herbst erneut für zunächst vier Wochen stark eingeschränkt wird.

Drastisch sind auch die Auswirkungen auf die so dringend benötigten Erholungsmaßnahmen, die die Jugendverbände mit ihren Ferienfreizeiten Jahr für Jahr für Bambergs Jugendliche anbieten. In diesem Jahr ist vieles vollkommen anders geworden. Planungen von Freizeiten für Pfadfinder, Ministranten und Sportler wurden wie üblich im Jahresprogramm festgeschrieben und akribisch vorbereitet. Doch statt der erhofften Erholungsangebote müssen die meisten Maßnahmen abgesagt und gegebenenfalls hohe Stornokosten bezahlt werden.

Das mit dem Jugendamt der Stadt Bamberg abgestimmte und beschlossene Nothilfeprogramm in Zeiten von Corona erlaubt es nun, die bestehenden Zuschussmöglichkeiten in allen Bereichen und insbesondere dem Zuschussbereich "Fahrten, Freizeiten und Maßnahmen" zu erweitern, um auch ausgefallene Maßnahmen, eintägige Maßnahmen, Ersatzveranstaltungen und -angebote im Zeitraum vom 16. Oktober 2019 bis 15. November 2020 zu bezuschussen. Die Details dieser nur für diesen Zeitraum geänderten Zuschussrichtlinien findet man online unter www.stadtjugendring-bamberg.de. Anträge müssen bis 15. November eingehen.

Der Krise zum Trotz stellte sich auch bei dieser Versammlung heraus, dass die Bamberger Jugendarbeit aktiv, lebendig und vielfältig ist. So wurde mit der Empfehlung der Aufnahme der Jugend des Bamberger Festivals e.V. ein weiterer Jugendverband in die Reihen des Stadtjugendrings aufgenommen. red