Norbert Neugebauer Für einen guten Zweck singt und spielt es sich in froher Runde gleich doppelt schön. 550 Euro erbrachten daher die freiwilligen Gaben der rund 120 Gäste beim 18. Wirtshaussingen der Nordhalbener Ortsgruppe des Frankenwaldvereins im Scheunenhof des Gasthauses "Christoph" für die Aktion "1000 Herzen für Kronach".

"Das Geld geht aber wieder an Eure Leute", versprach Initiator Gerhard Burkert-Mazur, der die Sammlung aus dem herumgereichten Hut mit herzlichem Dank entgegennahm. Er wies auch auf die große Gala zugunsten der bedürftigen Bürger im Rodachtal hin, die am 19. November in der Marktrodacher Veranstaltungshalle stattfinden wird.

Üblicherweise werden aus dem "Hut" die Musikanten entlohnt, die aber diesmal gern auf ihre "Gage" verzichteten. Bereits zum zweiten Mal veranstaltete die Nordhalbener FWV-Ortsgruppe ihr beliebtes Gemeinschaftssingen zugunsten der Hilfsaktion.

Bereits nach den ersten Takten herrschte beste Stimmung, und die Gäste begannen bald zu Schunkeln. Diesmal hatte Obmann und "Musikanten-Chef" Michael Wolf einen Querschnitt aus dem "Nordhalbener Liederbüchla" zusammengestellt. Bei den Zwischenspielen griff die Truppe auf wiederaufgefundene Noten aus dem vorletzten Jahrhundert zurück, die wohl die ältesten Stücke einheimischer Musikkompositionen darstellen.

Dabei debütierte Wolf auf einer altertümlichen Pfeife, die aber "mit dem Mund und nicht mit dem Sack" angeblasen wird (im Unterschied zum Dudelsack), wie der Kapellmeister fachkundig erläuterte. Trotz des schrägen und gewöhnungsbedürftigen Klangs brauchten die Musikanten jedoch nicht etwaige Übergriffe der Zuhörer zu befürchten, wie seinerzeit in Glosberg. Wolf, wie immer auch Moderator des Abends, hatte dazu eine wenig rühmliche Geschichte parat, die unlängst in der Tagespresse auftauchte. Da waren bei einer Kerwa in früheren Tagen tanzwütige, aber auch äußert knauserige und rabiate Burschen zugange. Sie verweigerten den Musikanten nicht nur ihren Lohn, sondern verprügelten diese auch noch, als die daraufhin das Spielen einstellten.

Gäste machen mit

So etwas gebe es natürlich unter den gesitteten Menschen in Nordhalben nicht, die bekanntermaßen freigiebig seien - mit Gaben und mit Applaus. Das hat sich wohl herumgesprochen, denn diesmal war auch ein Gastmusikant aus Stockheim dabei. Detlef Heublein wollte das inzwischen auch regional recht bekannte Wirtshaussingen in der Kunst- und Klöppelgemeinde miterleben. Aber es gab noch einen weiteren Gastauftritt. Eine angehende Journalistin, die mit einer Gruppe für eine Gemeinschaftsarbeit in Nordhalben weilte, übernahm den "Übersetzungspart" ins Hochdeutsche beim "Schafkopf-Zwiefachen".

Nach dem festgelegten Programmteil machten die Musikanten ihre Runde durch die Tischreihen, die jeweils ihr Lieblingslied anstimmen durften. Selbstverständlich waren darunter die "Klassiker" wie der "Bajazzo", "Ein Schifflein sah ich fahren" und der "Johnny".

Das nächste Wirtshaussingen ist für den Kerwa-Sonntag, 29. September, im "Haus des Gastes" geplant. Wie immer sind Gäste bei allen Veranstaltungen des Nordhalbener Frankenwaldvereins willkommen.