Grundsätzliche Forderungen für die zukünftige Gestaltung des Radverkehrs im Landkreis Kulmbach äußert die SPD-Kreistagsfraktion in einem Schreiben an das Landratsamt und das Planungsbüro Kaulen, das mit der Erstellung eines Radverkehrskonzepts für den Landkreis beauftragt wurde.

Für die Sozialdemokraten sind folgende Punkte von zentraler Bedeutung für einen besseren Radverkehr im Kreis:

Eigener Platz für Radfahrer

Nach heutigem Stand verläuft ein Großteil der Radwege im Landkreis auf normalen Straßen und ohne Ausweisung separater Fahrradstreifen oder -wege. Dies ist problematisch hinsichtlich der Verkehrssicherheit und hinsichtlich der Novellierung der Straßenverkehrsordnung, wonach bei Überholvorgängen größere Sicherheitsabstände als bislang zu beachten sind. Gleichzeitig ist dies auch in ökologischer Hinsicht kein Anreiz, auf möglichst vielen Strecken vom Auto auf das Rad umzusteigen. Bei der zukünftigen Radwegeplanung ist deshalb verstärkt darauf zu beachten, Radlern eigene Verkehrsräume zu eröffnen.

"Fahrrad-Highway"

Gerade vor dem Hintergrund der Ansiedlung einer Fakultät der Universität Bayreuth in Kulmbach sollte das Projekt eines "Fahrrad-Highways" in Richtung Bayreuth Eingang in die Planungen finden. Dabei wünscht sich die SPD einen separaten Weg abseits des bestehenden Rotmaintal-Fahrradwegs.

Weißmaintal erschließen

Das Weißmaintal ist ein wunderschöner Naturraum mit großem Naherholungswert. Nicht umsonst bemüht sich der Landkreis schon seit Jahren um die Ausrichtung des "Autofreien Tags im Weißmaintal". Umso bedauerlicher ist es, dass zwischen Trebgast und Kauerndorf keinerlei Radwege vorhanden sind, welche abseits der dortigen Staatsstraße 2182 genutzt werden könnten.

Mehr Angebote östlich der B 303

Betrachtet man das aktuelle Radwegenetz des Landkreises auf einer Karte, erscheint das beinahe komplette Gebiet östlich der B 303 faktisch als radwegefreie Zone. Mit Ausnahme des Radwegs zwischen Wirsberg und Marktschorgast müssen sich Radler dort ausschließlich im normalen Straßennetz bewegen. Gerade vor dem Hintergrund eines veränderten Mobilitätsverhaltens, auch und gerade in sogenannten ländlichen Räumen, ist dies kein Ausdruck einer modernen Verkehrsentwicklung und sollte im Radverkehrskonzept des Landkreises ebenfalls Berücksichtigung finden.

Lücken konsequent schließen

Von einem lückenlosen Radwegenetz ist der Landkreis Kulmbach leider noch weit entfernt. Vorhandene Lücken sollten deshalb durch das Radverkehrskonzept konsequent geschlossen werden. Als Beispiele seien genannt: Anbindung des Radweges ab Höferänger in Richtung Lösau und von Kirchleus aus in Richtung Landkreis Kronach; Lückenschluss des städtischen Radweges nach Leuchau in Richtung Lindau/Trebgast; Lückenschluss des Radwegs von Untersteinach nach Rugendorf auf Höhe des Stadtgebiets der Stadt Stadtsteinach

Themenwege schaffen

Dank des überregional bekannten Main-Radwanderwegs mit offiziellem Startpunkt in Kulmbach kann der Landkreis auf einen guten "Grundstock" an Radfahrtouristen zählen. Eine weitere Anregung der SPD-Fraktion ist es, spezielle Themen-Radwege auszuweisen, welche interessante Sehenswürdigkeiten des Landkreises gezielt miteinander verbinden. Ein ähnlicher Ansatz in Abstimmung mit den beiden Kirchen könnte die Ausweisung von "Radfahrerkirchen" sein.

Zum Hintergrund: In ihrer konstituierenden Sitzung am 22. September gab die "Arbeitsgruppe Radwege" des Kreistags den Startschuss für die Erstellung eines umfassenden Radverkehrskonzepts für den Landkreis Kulmbach. Mit der Erarbeitung wurde das Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen in München beauftragt. Im Rahmen der Sitzung stellte Projektleiter Matthias Reintjes den "Fahrplan" für die Erstellung des Konzepts bis Ende 2021 vor. Die Fraktionen des Kreistags wurden aufgefordert, grundsätzliche Überlegungen zur Zukunft des Radverkehrs im Landkreis einzubringen. red