Wie in Ebersdorf ging es im Ahorner Gemeinderat am Dienstag auch um Photovoltaik.

Die Fraktion CSU/Bürgerverein hatte einen Antrag zur Errichtung von Photovoltaikanlagen auf Dächern öffentlicher Gebäude und Liegenschaften eingebracht und fordert eine aktuelle wirtschaftliche Betrachtung aller kommunalen Dachflächen. Moniert wird, dass der Haushalt für die Errichtung von solchen Photovoltaikanlagen keine finanziellen Mittel vorhalte.

"Wir wollen", erklärte Marcel Trost, "dass geprüft wird, auf welchen Dächern das baulich machbar ist, und wie die Gemeinde von der Eigenstromnutzung profitiert." Mit diesem Antrag, meinte Bürgermeister Martin Finzel, stoße man ohnehin auf offene Ohren.

"Sonne über Coburg"

Bereits im Jahr 2007 sei auf dem Dach der Dreifach-Turnhalle die erste Bürgerphotovoltaikanlage von "Sonne über Coburg" errichtet worden. Darüber hinaus gebe es einen einstimmigen Grundsatzbeschluss des Gemeinderates aus dem Jahr 2009, dass der Ausbau von Photovoltaikanlagen nicht auf landwirtschaftlich genutzten Flächen erfolgen soll, sondern auf geeigneten Dächern aller öffentlichen Gebäude.

Beim Freizeitzentrum Witzmannsberg habe man von einer Photovoltaikanlage Abstand genommen, weil die Statik der Kulturhalle einer solchen Belastung nicht standhalten würde. Die Errichtung einer solchen Anlage auf Lehrschwimmbecken, Schule und Schusterbau sei aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll. Finzel wies darauf hin, dass die Gemeinde die Überprüfung öffentlicher und auch privater Dachflächen im Rahmen der Erstellung eines Solarflächenkatasters im Landkreis überprüfe.

Heftige Debatte

Gemeinderat Timo Sollmann, Mitverfasser des Antrags seiner Fraktion, war mit dieser Antwort des Bürgermeisters nicht zufrieden. Er warf ihm zu zaghaftes Handeln vor. Laut Finzel müsse in der derzeitigen Haushaltssituation die Wirtschaftlichkeit im Blick behalten werden, ebenso wie die Genehmigungsfähigkeit.

Die Debatte wurde heftiger, da glättete Rainer Scholz die Wogen und schlug vor, der Bauausschuss möge sich noch einmal mit dem Antrag von CSU/BV beschäftigen.

Neuer Plan für Pferde

Bei sechs Gegenstimmen wurde im Gemeinderat mehrheitlich der nunmehr sechsten Änderung des Flächennutzungsplanes in Wohlbach zugestimmt. Damit soll eine Außenbereichsfläche für eine private Pferdehaltung ermöglicht werden. Weil die Antragstellerin Christa Hochfeld keine Landwirtin ist und es um eine Pferdehaltung als Hobby gehe, war die Änderung nötig. Im Vorfeld hatte es allerdings Bedenken von Bürgern gegeben, die sich Sorgen um viele parkende Autos in dem Bereich sowie um zu viele Pferde gemacht hatten.

Diese Zustände, so Finzel, hätten sich durch die Art der Bewirtschaftung des Gebäudes und der dazu gehörenden Flächen verändert. In Wohlbach selbst sei bereits mehreren landwirtschaftlichen Anlagen zugestimmt worden, so dass er keinen Grund sehe, diese Nutzung zu verweigern.

Timo Sollmann sprach sich gegen den Beschlussantrag aus. Er sehe darin nämlich die Gefahr, dass die Gemeinde ihre Genehmigungshoheit aus der Hand gebe. Man solle die Bedenken der Bürger gegen die Bewirtschaftung dort durchaus aufnehmen. Hubert Becker und Matthias Aust plädierten dagegen für "gleiches Recht für alle". Weitere Details, unter anderem die Anzahl der Pferde, erklärte Aust, würden dann in nachgeordneten Verfahren geregelt. Die Änderung des Flächennutzungsplanes besage erst mal lediglich, dass grundsätzlich auf der Fläche eine Pferdehaltung möglich sei.

Rainer Scholz regte an, der Antragsteller und Eigentümer solle im Folgeverfahren eine Nutzungsplanung beantragen. Die bauliche Entwicklung, so Scholz, bleibe damit sicher in der Hand der Gemeinde. gb