Zum Artikel "Aischtal-Campus zerstört Heimat " vom 19. Oktober: Dass die Mehrheit der Kaufkraft in der Gemeinde Hallerndorf in Supermärkte der umliegenden Gegend abwandert, möchte ich nicht bestreiten...
Zum Artikel "Aischtal-Campus zerstört Heimat " vom 19. Oktober: Dass die Mehrheit der Kaufkraft in der Gemeinde Hallerndorf in Supermärkte der umliegenden Gegend abwandert, möchte ich nicht bestreiten. Dies scheint jedoch bislang das einzige triftige Argument der Befürworter des geplanten Aischtal-Campus zu sein.
Ob dies schwerwiegenderer ist, als die seitens der Bürger mehrfach aufgeführte Sorge um den zunehmenden Flächenverbrauch in der eigenen Heimat, wage ich zu bezweifeln. Es ist keine neue Erkenntnis, dass täglich in Bayern mehr als neun Hektar Acker- und Waldflächen für den Siedlungs-, Gewerbe- und Verkehrsraum weichen - hier wäre es doch einmal Zeit für uns, vor der eigenen Haustür zu kehren.
Schließlich sind es ja auch nicht die Gewerbegebiete, die das Leben auf dem Dorf so lebenswert machen! Immerhin mangelt es uns Gemeindebewohnern doch keinesfalls an Einkaufsmöglichkeiten: im Gegenteil. Ausgerechnet in gerade mal einem Kilometer Entfernung des geplanten Vollsortimenters befinden sich bereits Discounter und Getränkemarkt in Eggolsheim. Allein diese Tatsache müsste die Notwendigkeit des Vorhabens ausschließen und sorgt nicht nur bei unmittelbaren Anliegern für Aufregung.
Außerdem wurde bereits im Artikel deutlich, dass Versorgungsschwerpunkte eigentlich in den Ortszentren entstehen sollen - wie es so also zu einer Ausnahmegenehmigung für den geplanten Einkaufsmarkt kommen konnte, ist mir schleierhaft. Schließlich würde der Aischtal-Campus sicherlich auch eine Beeinträchtigung der letzten Familienbäckerei oder des Getränkemarkts der Gemeinde bedeuten.
Auch das Argument, dass das geplante Campusgebäude als Lärmschutz für die Bewohner Pautzfelds dienen könnte und somit angeblich die Belastung vor dem steigenden Verkehrsaufkommen in der Umgebung sowie der Anfahrt durch Lieferfahrzeuge abdämmen soll, ist schwammig.
Das Projekt ist tatsächlich "nicht unsensibel irgendwo auf die grüne Wiese", sondern vor die Füße der Gemeindebewohner, in unsere heimische Natur und letztlich über die Meinung vieler Bürger hinweg gepflanzt worden, wie die Veranstaltung der Agentur Sontowski und Partner am Mittwochabend in Hallerndorf deutlich gezeigt hat. Jana Schuhmann, Willersdorf