Das große Reformationsjubiläumsjahr fand mit dem verlängerten Wochenende seinen Höhepunkt. In der Region Königsberg wurden verschiedene Gottesdienste und Veranstaltungen angeboten.
Nach dem Gottesdienst in lateinischer Sprache am Freitag in der Marienkirche nach der Gottesdienstordnung des Königsberger Reformators Balthasar Düring gab es einen Festgottesdienst in der Veitskirche in Junkersdorf am Sonntagvormittag zur Kirchweih. Bei dem Abendmahlsgottesdienst musizierten die Posaunenchöre der Region Königsberg unter Leitung von Martin Scherer. Er hatte auch ein neues Reformationslied geschrieben, sein Titel: "Sind wir bereit?" Gesungen wurde es von einer Gruppe evangelischer und katholischer Christen, begleitet vom Posaunenchor.
"Sind wir bereit und wollen gemeinsam den Glauben erleben mit Jesus Christ, durch seine Gnade und unter dem Segen, in seiner Liebe, die ewig ist? Oh Jesus, Herr der Ewigkeit, wir sehnen uns nach dir und deinem göttlichen Geleit, darauf vertrauen wir", lautet die erste Strophe, und es geht weiter mit den Fragen vieler Menschen nach ihrem Verhältnis zu ihrem Schöpfer. Die Liturgie gestalteten die Pfarrer Claudia Winterstein und Peter Hohlweg. Die Predigt hielt Dekan Jürgen Blechschmidt. Am Reformationstag selbst fand am Morgen in der Veitskirche ein Gottesdienst statt, den der Junkersdorfer Gesangverein bereicherte. Pfarrerin Winterstein predigte.
Am Nachmittag gab es zur Feier des Jubiläums in der Marienkirche in Königsberg Kaffee und Kuchen. Am frühen Abend fand hier eine Gedenkstunde zum Reformationstag statt. Motto: "Sola gratia - Allein aus Gnade". Begrüßt wurden dabei die "Pilger", die unter Führung von Dekan Blechschmidt, aus Coburg kommend, entlang des Amtsbotenweg gefahren waren und sich so auf Luthers Spuren bewegten. Von hier ging es dann nach Rügheim, wo am Abend in der Dekanatskirche der große Festgottesdienst zum Reformationsfest stattfand. Bei der Zwischenstation Königsberg ging Pfarrer Hohlweg auf den Bekenntnisruf "Sola gratia - Allein aus Gnade" ein, der für ihn, neben dem "Solus Christus - Allein Christus" zu den wertvollsten Errungenschaften der Reformatoren gehöre. Denn, "allein die Gnade macht uns vor Gott gerecht. ... Wir alle sind vor Gott gleich." Hohlweg blickte zurück und meinte: "Wer von uns hätte wohl vor 25 Jahren gedacht, dass der Weg der Ökumene uns im Gedenkjahr der Reformation so weit wieder zusammenbringen wird. Auch wenn freilich die vollkommene uns sichtbare Einheit noch fern ist. Aber dennoch, auch dies ist Gnade und Gottes Fügung, wenn wir auf diesem Weg mutig voranschreiten".