Das Silvesterfeuerwerk bleibt heuer unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen auf privater Ebene erlaubt. Zuletzt gab es aber große Diskussionen darüber, ob es überhaupt ein Silvesterfeuerwerk braucht? Schließlich steht in diesem Jahr die Eindämmung der Corona-Pandemie an erster Stelle. Der Küpser Georg Weinmann, der mit seiner Firma "Eventeffects" seit einigen Jahren einer der professionellen heimischen Anbieter in diesem Bereich ist, hat Verständnis für Befürworter und Gegner. Jeder habe seine Argumente und könne sie einbringen. Am Ende sollte aber ein Weg gefunden sein, mit dem alle leben können.

Wie die anderen Anbieter von Silvesterfeuerwerken hat Weinmann bereits viel Geld investiert. "Wir haben alles da. Derzeit ist dies noch in sicheren Bunkern gelagert", wirbt Georg Weinmann um Verständnis für das Feuerwerk. Viele Menschen wollten sich gerade an diesem Corona-Jahreswechsel, der für viele Einschränkungen sorgt, am Lichterspiel des Feuerwerks freuen und selbst ein bisschen mitmachen.

Kaum Events mit Feuerwerk

Als die Diskussion begann, eventuell das Silvesterfeuerwerk heuer ganz zu verbieten, brachte dies Georg Weinmann und die anderen Anbieter in große Sorgen. Ein Großteil des Silvestermaterials ist längst hier, der kleine Rest bestellt und unterwegs. Ohnehin fielen für alle, die Feuerwerke arrangieren, heuer die allermeisten Termine weg. "Unser Geschäft ist eben in der Eventbranche." Für Georg Weinmann wäre dieses Jahr sehr attraktiv gewesen: Er bekam den Auftrag für das Feuerwerk beim Kronacher Freischießen. Corona verhinderte dies - zumindest heuer. Wenige kleine Feuerwerke - etwa bei Hochzeiten bzw. Geburtstagen - waren dennoch möglich, einmal sogar eine Laser-Show. Sein Umsatz war aber in diesem Jahr wohl an die 95 Prozent geringer als in normalen Jahren, schätzt er. Was wegfiel? Beispielsweise das Feuerwerk beim Vogelschießen in Ludwigsstadt, das Lichtevent "Kronach leuchtet", die Lasershow beim Run of Hope, das Schlossparkfest in Erlangen, das Weinfest in Sand am Main und einige weitere Veranstaltungen. Weinmann: "Das ist ganz schön hart. Die Versicherungen, ohne die es nicht geht, laufen mit weiteren Betriebskosten weiter. Ich mache dies zum Glück noch nicht komplett hauptberuflich." Er arbeitet bei der Flughafenfeuerwehr Nürnberg.

Auf die sehr beliebte Silvesterfeuerwerk-Produktvorführung vor dem Jahreswechsel haben die heimischen Feuerwerkanbieter heuer verzichtet. Dies machte viel Spaß, aber es ist einfach mit den aktuellen Vorschriften und Regelungen nicht umsetzbar.

Gefährliche Pyrotechnik

Georg Weinmann sieht aktuell die Gefahr, dass mehr Leute als sonst illegale Feuerwerksartikel über das Internet beziehen. Es sei leider sehr einfach, gefährliche Pyrotechnik zu bestellen. Da gebe es sehr viele Effekte, die für den normalen Anwender in Deutschland einfach verboten seien und sehr gefährlich sein können. Die Füllung vieler "Polen-Böller" sei so explosiv, dass nur ausgebildete Feuerwerker damit richtig umgehen können. "Die haben einfach andere Explosivstoffmengen und Materialien, die sehr schnell und heftig umsetzen." Teilweise würden sogar illegal Kugelbomben bestellt und am Boden gezündet, die normalerweise hoch in der Luft bei professionellen Feuerwerken eingesetzt werden. Am Boden könne die Wirkung verheerend und sogar tödlich sein.

Wer nicht zugelassene Pyrotechnik bestellt oder zündet, begeht kein Bagatelldelikt, sondern einen Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz. Dies kann bis zu Haftstrafen führen. Doch auch bei den zugelassenen Feuerwerksartikeln gibt es manches zu beachten (siehe nebenstehenden Kasten).

Das Silvesterfeuerwerk könne mit Abstand durchgeführt werden und werde für diejenigen, die sich an die Regeln halten, eine Freude sein, meint Weinmann zu den Corona-Schutzmaßnahmen. Feuerwerk sei viel mehr als "Böllern". "Feuerwerk ist vor allem, am Himmel etwas Schönes zu zaubern und tolle Effekte anzuschauen."

Georg Weinmann mit seiner Verkaufsstelle in Küps verweist auf die gute Zusammenarbeit verschiedener heimischer Pyrotechniker wie Markus Blomenhofer aus Johannisthal mit seiner Verkaufsstelle in Lichtenfels, Stefan Biesenecker in Kehlbach sowie Reinhard Wiedel aus Steinwiesen. "Wir kaufen teilweise gleiches professionelles Material, um gute Einkaufskonditionen zu erlangen." Georg Weinmann, Markus Blomenhofer und Stefan Biesenecker bieten dieses Jahr den Käufern einen besonderen Lieferservice. Die Kunden können ihre gewünschten Artikel bei ihnen vorbestellen, in der Silvesterzeit abholen oder sich auch in einem bestimmten Liefergebiet persönlich abliefern lassen.