Gestern hat vor dem Landgericht Bamberg der Prozess gegen einen 52-Jährigen aus dem südöstlichen Landkreis Forchheim begonnen. Dem Mann wird vorgeworfen, gegenüber seiner damaligen Lebensgefährtin bereits zwischen dem 24. November und dem 8. Dezember 2018 dreimal in der gemeinsamen Wohnung sexuell übergriffig gewesen zu sein. Dabei soll er die Frau gegen deren Willen zweimal zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben, als diese sich bereits schlafen gelegt hatte, sowie einmal in der Badewanne mit einem Finger in ihren Intimbereich eingedrungen sein und von ihr geäußerte Schmerzen ignoriert haben.

Der Angeklagte wolle zur Sache schweigen, ließ dieser zu Prozessbeginn über seine beiden Verteidiger ausrichten. Rechtsanwalt Jochen Horn legte anschließend einen Antrag vor. Dieser begründete, warum die Verteidiger die Psychologin, die ein Gutachten zu den Aussagen der Zeugin erstellt hatte, ablehnen: Das Gutachten lege nahe, dass die Sachverständige Partei für die Geschädigte ergriffen habe. Aussagen seien unter anderem ungeprüft übernommen worden. Auch habe die Sachverständige mögliche psychische Störungen der Frau nicht geklärt, sagte Rechtsanwalt Horn.

Die Hauptverhandlung - ein Folgetermin war ursprünglich für heute angesetzt - muss nun ausgesetzt werden, um Fragen zum Gutachten zu klären, verkündete Richter Markus Reznik. Auch wolle man die Therapeutin des Opfers nach dessen Zustimmung zur Entbindung von der Schweigepflicht vernehmen. mst