Marion Krüger-Hundrup

Die Hilfe für und Solidarität mit Kindern in aller Welt ist in diesen Zeiten wichtiger denn je: "In den ärmeren Ländern sind Kinder von der Pandemie besonders betroffen", sagte Michael Kleiner vom Referat Weltkirche des Erzbistums Bamberg. Die Sternsingeraktion "trägt dazu bei, dass Kinder Halt bekommen", griff er das Motto der Aktion Dreikönigssingen 2020/21 auf - "Kindern Halt geben - in der Ukraine und weltweit".

Die gemeinsame Sorge um junge Menschen brachte am gestrigen Mittwochnachmittag ein breites Bündnis in den Dom, um die Aktion für die gesamte Erzdiözese zu eröffnen: Erzbischof Ludwig Schick, Diözesanjugendpfarrer Norbert Förster, der Diözesanvorstand des BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend), Pater Roberto Turyamureeba vom Referat Weltkirche und Ministranten zogen gemeinsam zur Wortgottesfeier ein, die via Livestream übertragen wurde. Ihr Weg durch das Hauptschiff des Domes war gesäumt von großen Sternen mit Lichterketten: ein Stern für jeden Seelsorgebereich im Erzbistum - immerhin 35, die Segen bringen und Segen sein können rund um den Dreikönigstag am 6. Januar.

Und "der" Stern, nämlich der von Betlehem, dem die Heiligen Drei Könige einst gefolgt sind, "führt uns zu den Menschen, mit denen sich Jesus identifiziert"; sagte Erzbischof Schick. Und zwar zu den Menschen in den Flüchtlingslagern auf Lesbos und in Bosnien-Herzegowina. Zu den Kindern in Indien, Pakistan und anderen Ländern, in denen sie schuften müssen statt zur Schule gehen zu können. Und schließlich zu den Kindern in der Ukraine - das Schwerpunktland der aktuellen Dreikönigsaktion -, die durch Kriegswirren und Arbeitsmigration der Eltern "keinen Halt haben".

Mit den Spenden, die die Kampagne mit den Sternsingern in diesem Jahr einholt, werden Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Reha-Kliniken für verwundete Kinder in der Ukraine unterstützt.

Keine Hausbesuche

"Sucht Wege, zeigt Fantasie, den Segen zu den Menschen zu bringen", bat Erzbischof die Sternsinger in dieser Ausnahmesituation, die das Virus mit Abstands- und Hygienevorschriften mit sich bringt. So hatten die Träger der Aktion Dreikönigssingen, das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und der BDKJ bundesweit die Besuche von Haus zu Haus abgesagt. Dennoch fällt die Aktion nicht aus, sondern findet kontaktlos, kreativ und bleibend solidarisch mit den Kindern in der Welt ihren coronakonformen Weg.

"Wir alle sollen Segen sein für Kinder in aller Welt, die unsere Hilfe brauchen", betonte der Erzbischof. Die BDKJ-Diözesanvorstände Sonja Biller, Stefan Hofknecht und Eva Rußwurm übernahmen symbolisch für alle Sternsinger im Erzbistum die Rolle als Segensbringer: Königlich samt Krone gekleidet sprachen sie als Caspar, Melchior und Balthasar den traditionellen Segensspruch - über die ganze Stadt Bamberg und die Diözese. "Christus mansionem benedicat - Christus, segne dieses Haus" schreiben die Sternsinger ja sonst in der Kurzformel C+M+B plus jeweilige Jahreszahl an die Haustüren.

Und zwar mit Kreide, die - ebenfalls ein symbolischer Akt - Erzbischof Schick zusammen mit Weihrauch segnete. Entsprechende Tütchen, in denen auch Kohle nicht fehlte, lagen in Körben vor dem Altar. Gebete, Evangelium, Predigt, Fürbitten: all die Texte und guten Worte waren stimmig auf die Aufgabe der Sternsinger ausgerichtet: nämlich dem "Stern" Jesus Christus zu folgen, der Wegweiser und Orientierung für das Leben ist.

Dass die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen dies froh, mutig und auch flott tun können, unterstrich die musikalische Gestaltung dieser Feier: Die Projektband der "Werkstatt Neues Geistliches Lied" unter der Leitung von Tobias Lübbers gab eindrucksvoll die Richtung vor.