Schüler mit Courage gegen Rassismus

2 Min
Gruppenbild mit den Geehrten der Martin-Wiesend-Schule und den Offiziellen Foto: RiegerPress
Gruppenbild mit den Geehrten der Martin-Wiesend-Schule und den Offiziellen Foto: RiegerPress

Zum elften bzw. zum dritten Mal verliehen der Kultur Service Bamberg für Schulen und Kitas (KS:BAM) und der in Bamberg ansässige C. C. Buchner- und der Magellan-Verlag je einen Preis für herausragende...

Zum elften bzw. zum dritten Mal verliehen der Kultur Service Bamberg für Schulen und Kitas (KS:BAM) und der in Bamberg ansässige C. C. Buchner- und der Magellan-Verlag je einen Preis für herausragende kulturpädagogische Kooperationsprojekte. Bewerben konnten sich alle Schulen und Kindertageseinrichtungen der Region Bamberg, die im Schuljahr 2016/2017 oder 2017/2018 mit mindestens einem externen kulturpädagogischen Kooperationspartner aktiv und auf Augenhöhe zusammengearbeitet haben.
Die Projekte konnten in unterschiedlichen Kultursparten angesiedelt sein: Inhaltliche Auseinandersetzungen mit den Bereichen Kunst, Musik, Theater und Tanz waren genauso möglich wie Bewerbungen mit dem Schwerpunkt Literatur, Medien oder Geschichte. Insgesamt nahmen heuer zehn Projekte teil: acht von Schulen und zwei von Kindertagesstätten - sechs davon aus der Stadt und vier aus dem Landkreis.
Die Verleihung der diesjährigen Preise fand in den Harmoniesälen statt. Der feierliche Festakt wurde von den Schülern des E.T.A. Hoffmann Gymnasiums durchgeführt. Dabei führte die Theatergruppe der siebten und achten Klassen humorvoll und kurzweilig durch das Programm.
In ihren Grußworten unterstrichen der stellvertretende Landrat Johann Pfister und Bambergs Kulturbürgermeister Christian Lange (CSU), dass sowohl der Buchner-Preis, der ausschließlich an Schulen vergeben wird, als auch der Magellan-Preis für Kindertagesstätten eine ganz bedeutende Stellung hätten. "Er bietet vom Kleinkind bis zum jungen Erwachsenen unter anderem eine Lebensqualität sowie die Möglichkeit, sich kulturell persönlich zu entwickeln. Denn oftmals kommen Muse und kulturelles Vergnügen zu kurz im Leben der jungen Menschen", sagte der stellvertretende Landrat. Und Bürgermeister Lange ergänzte, dass Kinder zum Zugang zu Kunst und Kultur die Anleitung durch Erwachsene bräuchten.
Gunnar Grünke, Verleger des C. C. Buchner-Verlages, zeigte sich schockiert, dass allein in Deutschland rund 7,5 Millionen Analphabeten leben, die zwar einzelne Wörter, aber keine zusammenhängenden Sätze lesen könnten. "Damit ist jeder zehnte Deutsche Analphabet und gehört zu den Abgehängten", bedauerte Grünke. Daher lohne jede Anstrengung, bereits im Kindesalter, mit Projekten wie zur Kunst und Kultur dafür zu sorgen, dass auch wirklich jeder eine würdige Teilnahme am gesellschaftlichen Leben habe.
Den diesjährigen Magellan-Preis bekam das Awo-Kultur-Kinderhaus St. Elisabeth in Frensdorf für sein Projekt "Musik verbindet und baut Brücken". Dazu gründeten die Vorschulkinder einen Advents- und Weihnachtschor, wählten traditionelles Liedgut aus und planten für ihre Auftritte eine Show, für die sie passende Kostüme, Requisiten und sogar Chormappen gestalteten. Neben dem Chorprojekt widmeten sich die Vorschulkinder zusammen mit der Theaterschule Bamberg auch einem winterlichen Musicalprojekt. Es entstand die Geschichte "Im Winterwald".
Der erste Preis des C. C. Buchner-Verlages ging an das sonderpädagogische Förderzentrum Martin-Wiesend-Schule Bamberg mit dem Projekt "Rassismus - Bei uns?!" Über ein Jahr hinweg haben sich Schüler der Projektgruppe "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" auf freiwilliger Basis und voller Engagement mit eben diesem Thema auseinandergesetzt und zusammen mit Schülern der Filmgruppe sowie dem Kooperationspartner Bamberg:TV einen Film für junge Menschen entwickelt, der besonders durch seine Kreativität, Vielseitigkeit und Niedrigschwelligkeit beeindruckt. "Sie haben dabei nicht nur den Begriff "Rassismus" ausführlich erklärt, Ursachen erforscht und aufschlussreiche Interviews geführt, sondern ebenso persönlich Stellung genommen und verdeutlicht, dass man Rassismus vehement entgegentreten muss", lobte Olga Seehafer. Sie haben verschiedene Darstellungsformen wie Interview und szenisches Spiel kennengelernt und für sich entdeckt, ein genaues Storyboard erstellt, passende Drehorte gesucht, sich mit der manchmal kniffligen Technik vertraut gemacht, filmisches Rohmaterial zusammengetragen und final bearbeitet.
Harald Rieger