Der Großkonzern Unilever hat für das restliche Jahr 2026 regelmäßige Preiserhöhungen angekündigt. Er vertreibt unter anderem Knorr, Rexona und Viss.
Verbraucher in Deutschland müssen sich auf höhere Preise im Supermarkt einstellen. Der britische Konsumgüterriese Unilever hat Preiserhöhungen angekündigt. Betroffen sind zahlreiche bekannte Marken, die in den Regalen von Aldi, Edeka, Rewe und anderen Händlern stehen. Der Konzern begründet den Schritt mit stark gestiegenen Kosten aufgrund des Irankrieges.
Unilever gehört zu den größten Konsumgüterherstellern weltweit und vertreibt Produkte wie Knorr, Pfanni, Mondamin, Signal-Zahnpasta und Coral-Waschmittel. Mit rund 96.000 Beschäftigten erwirtschaftete das Unternehmen im Jahr 2025 einen Umsatz von etwa 50 Milliarden Euro. Nun sollen die Preise nach oben angepasst werden - mit direkten Folgen für Millionen Haushalte.
Irankrieg treibt Kosten in die Höhe: Unilever rechnet mit bis zu 900 Millionen Euro Mehrkosten
Die Kosten seien stärker gestiegen als bislang angenommen, wie die Lebensmittelzeitung unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Das Unternehmen rechne nun für das Gesamtjahr mit Kostensteigerungen von 750 bis 900 Millionen Euro. "Das sind 350 bis 500 Millionen Euro mehr als zu Jahresbeginn erwartet", zitiert Reuters Finanzchef Srinivas Phatak, wie die Lebensmittelzeitung schreibt.
Möglicherweise schaffe es Unilever nicht, dies allein durch Senkung von Kosten aufzufangen, daher werde man die Preise nach oben anpassen, heißt es laut Lebensmittelzeitung. "Es wird häufige Preiserhöhungen geben, aber in kleinen Dosen", habe Phatak gesagt.
Die Anpassungen sollten vor allem in der zweiten Jahreshälfte in ausgewählten Bereichen erfolgen. Parallel zu den Preiserhöhungen hat Unilever einen vorübergehenden Einstellungsstopp verhängt. Hintergrund sei das "unsichere Umfeld", wie ein Konzernsprecher mitteilte. Der Konzern, der auch in Deutschland Produktionsstandorte unterhält, sei wie etliche Konkurrenten von der durch den Irankrieg ausgelösten Handelskrise betroffen.
Axe, Dove, Knorr & Co.: Diese Marken gehören zu Unilever
Unilever hat sich in den vergangenen Jahren neu ausgerichtet. So wurden weltweit mehrere Lebensmittelmarken verkauft und beispielsweise das Geschäft mit Eiscreme ausgegliedert. Viel Geld bringen soll nun der angestrebte Verkauf des Großteils des verbliebenen Lebensmittelgeschäfts an den US-Gewürzhersteller McCormick & Co. Unilever hat unter anderem Marken wie Knorr, Pfanni und Mondamin im Programm. Der Deal wäre für beide Unternehmen der größte ihrer Firmengeschichte.
Damit würde McCormick zu einem globalen Giganten für Gewürze, Würzmittel und Würzsaucen werden. Unilever wiederum würde sich als globaler Marktführer bei Schönheitspflege, Körperpflege und Haushaltspflege neu positionieren. Diese Marken gehören aktuell unter anderem zu Unilever Deutschland: