Aufgepasst: Auf vielen Handys geht WhatsApp bald nicht mehr

3 Min

WhatsApp stellt seine Unterstützung für ältere Smartphones ein. Warum du dringend deine Software-Updates prüfen solltest.

Auf einigen Handys wird WhatsApp ab September 2026 nicht mehr funktionieren. Der Messenger erhöht die Mindestanforderungen für Android-Geräte, wie aus dem WhatsApp-Hilfebereich hervorgeht.

Ab dem 8. September funktioniert WhatsApp nur noch ab der Android-Version 6 (Marshmallow). Läuft dein Handy noch mit Android 5 (Lollipop) solltest du zunächst prüfen, ob du dein Betriebssystem aktualisieren kannst. Gehe dafür in die Einstellungen und wähle den Menüpunkt "System" aus. Ganz oben sollte die Option "Systemupdates" erscheinen, über die du nach Updates suchen kannst. Dir wird außerdem angezeigt, welche Version dein Handy aktuell nutzt.

WhatsApp funktioniert bald nicht mehr: Diese Handys werden nicht mehr unterstützt

In vielen Fällen wird aber ein komplett neues Gerät nötig sein, um die App weiter nutzen zu können. Ist dein Smartphone vor 2014 auf den Markt gekommen, stehen die Chancen gut, dass es kein Android 6 und damit bald kein WhatsApp mehr unterstützt. Hier ein paar Beispiele, welche Handys betroffen sind:

  • Samsung Galaxy S4
  • Samsung Galaxy Note 3
  • Samsung Galaxy S5 Mini
  • Google Nexus 4
  • Google Nexus 7
  • Google Nexus 10
  • LG G2
  • HTC One M7
  • Sony Xperia Z

Betroffene Nutzer sollen von WhatsApp mehrfach daran erinnert werden, dass die Unterstützung ausläuft. Beim Öffnen der App erscheint dann ein Benachrichtigungsfenster, berichtet das Portal "WABetaInfo". Das sei bereits in einer Beta-Version des Messengers zu sehen. Nutzer sollen ein Backup ihrer Chats erstellen und können sich auf einer Support-Seite von WhatsApp informieren, wie sie die App weiter nutzen können. Dabei gibt es eigentlich nur eine Option: ein neues Handy.

Wie viele Menschen sind vom WhatsApp-Aus betroffen?

Die betroffenen Geräte haben seit Android 5 (Lollipop) kein Update mehr erhalten. Diese Version ist bereits 2014 erschienen - die Handys sind somit noch älter. Trotzdem gibt es noch einige Menschen, die ein Handy mit Android 5 nutzen, wie eine Statistik von Google für Entwickler zeigt. Weltweit liegt der Anteil der Nutzer demnach noch bei 0,4 Prozent. Gemessen an den mehr als vier Milliarden Android-Geräten ist das aber immer noch eine beachtliche Zahl.

In Deutschland sind wahrscheinlich nur wenige Nutzer betroffen. In Brasilien, Indien, Pakistan, Teilen Südostasiens und Afrika werden ältere Smartphones dagegen noch viel genutzt, auch wenn sie keine Sicherheitsupdates mehr erhalten. 

Zwar erhalten Smartphones inzwischen über mehrere Jahre noch Updates für ihr Betriebssystem, das war früher aber nicht üblich. Zum Beispiel wurde das Samsung Galaxy S4 im Jahr 2013  veröffentlicht und hat schon zwei Jahre später kein größeres Update mehr erhalten. Besonders, wenn keine Sicherheitsupdates mehr geliefert werden, raten Experten dringend davon ab, ein Handy weiter zu nutzen. Sicherheitslücken bleiben dadurch offen für Angreifer und dein Smartphone könnte im schlimmsten Fall gehackt werden.

Warum funktioniert WhatsApp auf älteren Handys nicht mehr?

Wenn ein Handy keine Software-Updates mehr erhält, hat das meistens technische Gründe. Neue Funktionen und Verbesserungen brauchen auch mehr Leistung. Geräte mit veralteter Hardware können irgendwann nicht mehr mithalten.

Das Gleiche gilt für Apps. Anwendungen wie WhatsApp werden stetig verbessert und mit neuen Features ausgestattet. Noch wichtiger: Sie müssen sich an jedes neue Betriebssystem anpassen und gleichzeitig mit den älteren Versionen kompatibel bleiben.

Laut WhatsApp werde regelmäßig geprüft, welche Geräte und Software unterstützt werden und welche von ihnen die wenigsten Nutzer haben. WhatsApp hat zuletzt 2023 die Mindestanforderungen für Android-Geräte angepasst und 2025 für iPhones

WhatsApp geht nicht mehr: Diese Möglichkeiten hast du 

Solltest du von der WhatsApp-Abschaltung betroffen sein, hast du zwei Möglichkeiten. Entweder steigst du auf ein neueres Handy um oder du wechselst den Messenger. Moderne Mittelklasse-Smartphones gibt es schon unter 200 Euro. Wer ein robusteres und damit langlebigeres Handy sucht, muss mit 300 bis 400 Euro rechnen. Hier ist eine Auswahl an günstigen Handy-Modellen:

  • Samsung Galaxy A16 5G, Preis: ab 149 Euro
  • Samsung Galaxy A56, Preis: ab 295 Euro
  • Xiaomi Redmi Note 15 5G, Preis: ab 201 Euro
  • Xiaomi Redmi Note 14 Pro, Preis: ab 211 Euro
  • Xiaomi Poco M8 Pro, Preis: ab 249 Euro
  • Google Pixel 6a, Preis: ab 248 Euro
  • Motorola Moto G68, Preis: ab 185 Euro

Wenn du lieber den Messenger wechseln möchtest, ist die Auswahl leider begrenzt. Die beliebten WhatsApp-Alternativen Signal und Telegram setzen bereits Android 6 oder ein neueres Betriebssystem voraus. Viele Anbieter sind sogar noch strenger und unterstützen erst ab Android 8. Zudem musst du bedenken, dass du - egal in welcher App - nur mit den Menschen kommunizieren kannst, die ebenfalls diese App nutzen. WhatsApp musste zwar seine App kompatibel mit Drittanbieter-Diensten machen, wodurch du weiterhin, mit deinen WhatsApp-Kontakten schreiben kannst. Das funktioniert in der EU aber aktuell nur mit zwei Apps.

  • BirdyChat: Instant-Messenger für berufliche Zwecke, der über die geschäftliche E-Mail-Adresse anstatt der Handynummer läuft. Setzt mindestens Android 12 voraus.
  • Haiket: Sprach-Messenger, der aktuell noch in der Entwicklung steckt. Fokus liegt auf Sprachnachrichten statt Eintippen, was "natürlichere" Gespräche möglich machen soll. Da die App bislang nur für Beta-Tester verfügbar ist, lässt sich noch nicht sagen, wie die Betriebssystemanforderungen ausfallen werden. Für die Sprachverarbeitung auf dem Gerät, wird vermutlich ein wesentlich neueres Betriebssystem als Android 5 nötig sein.
Vorschaubild: © CC0 / Pixabay / EyestetixStudio