Die vermeintlich leichte Musik hat es heute gar nicht mehr leicht. Allzu schnell wird sie für altmodisch gehalten und findet deshalb nur noch selten den Weg auf die Konzertprogramme. Dass sich freilich Melodien der leichten Muse auch heute noch sehr lebendig interpretieren lassen, beweist der "Musizierkreis gehobener Unterhaltungsmusik" mit seinem Leiter Norbert Luche Jahr für Jahr mit seinen Auftritten.
"Kaffeehausmusik" lautet das Motto für ein ganz spezielles Format, das der "Musizierkreis" in diesem Jahr wieder im Landgasthof Gunsenheimer in Meilschnitz gestaltet (Sonntag, 5. Juni).


Bekanntes und fast Vergessenes

Für diesen Auftritt hat Norbert Luche wieder ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm zusammengestellt, das bekannte mit fast vergessenen Komponistennamen kombiniert. Die Auswahl für diese Konzertprogramme ist fast unerschöpflich. Schließlich verfügt der traditionsreiche "Musizierkreis" durch die vielen Jahrzehnte seines Bestehens über ein bemerkenswert umfangreiches Notenarchiv, das immer wieder zu Ausgrabungen verlockt. Die Hintergrundinformationen zu diesen Ausgrabungen liefert wieder Christine Luche mit ihrer Moderation.


"Frühjahrsparade"

In diesem Jahr kombiniert Norbert Luche Werke der Strauß-Dynastie mit Melodien von Robert Stolz. So trifft die Polka "Frauenherz" von Josef Strauß auf die "Frühjahrsparade" von Robert Stolz, die "Farbenspiele" von Ludwig Siede begegnen Franz Drdlas "Souvenir". Zu den noch immer bekannten Namen der Vortragsfolge gehört der Johann-Strauß-Zeitgenosse Johann Schrammel, der mit seinem Marsch "Wien bleibt Wien" berücksichtigt ist.
Fast schon zu den Repertoire-Stücken des "Musizierkreises" gehört daneben der Posaunen-Ländler aus der Feder von Georg Lohmann. Ebenfalls im Programm vertreten: Will Meisel. Ein Walzer aus seiner Feder könnte das Motto des Nachmittags in Meilschnitz liefern: "Schöne Stunden". red