In drei Versammlungen sprechen sich die Schimmendorfer Bürger mehrheitlich für einen Abriss des Milchhauses aus, das derzeit als Bushaltestelle von den Kindern genutzt wird. Sie wünschen sich ein neues Buswartehäuschen aus Holz. Doch der Mainleuser Gemeinderat lehnt im Juni vergangenen Jahres zur Überraschung vieler Einwohner einen Antrag von Ortssprecher Siegfried Münch ab. Das Gremium spricht sich für einen Erhalt und eine Sanierung des über 50 Jahre alten Gebäudes aus. Das wurmt viele Schimmendorfer noch heute. Bei der Teilbürgerversammlung bekam das Bürgermeister Robert Bosch deutlich zu spüren.
"Die Abstimmungen waren witzlos", sprach Ortssprecher Siegfried Münch vielen aus der Seele. Auch der Bürgermeister hielt diesbezüglich mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg: "Ich bin grundsätzlich für Mehrheitsentscheidungen. In allen drei Fällen waren weder Frist noch Form glücklich gewählt."
Viele Schimmendorfer verstehen die Welt nicht mehr. Warum das so ist, das verdeutlichten die Ausführungen des Ortssprechers. Münch wies darauf hin, dass bei der dritten Versammlung in Schimmendorf auf Empfehlung des Mainleuser Bauausschusses Pläne der Zimmerei Kögel für ein neues Buswartehäuschen vorgestellt worden waren. Auch der Mainleuser Bauausschuss habe sich ursprünglich für einen Neubau ausgesprochen. Zudem bestätigte Bosch, dass 16 000 Euro im Haushaltsplan für Abriss und Neubau unter dem Posten Schülerbeförderung eingestellt worden seien. Münch sprach von einer "willkürlichen Entscheidung des Gemeinderates, für die es keine sachliche Begründung gebe und auch keine belastbare Kalkulation".
Der Bürgermeister hält eine Sanierung für kostengünstiger als einen Neubau. "Wir machen aus dem Milchhaus eine barrierefreie Unterstellmöglichkeit", informierte der Bürgermeister. Derzeit müssen die Kinder eine Treppe hinaufsteigen, um im Trockenen zu stehen. Zudem machte er deutlich, dass, solange sich nichts an der Beschlusslage ändere, es zu einer Sanierung kommen werde. "Aber ohne Beteiligung der Bürger", schallte es dem Gemeindeoberhaupt mehrstimmig entgegen.


Leitungen über den Ortsteil

Die Erneuerung der Höchstspannungsleitung - der sogenannte Ostbayernring - von Redwitz nach Schwandorf betrifft auch die Gemeinde Mainleus. Tennet plant parallel zur Bestandsleitung einen Neubau, der den Markt im Bereich des Ortsteils Schimmendorf tangiert. Bosch gab diesbezüglich einen aktuellen Sachstandsbericht. "In einem Gespräch mit den Grundeigentümern werden zunächst die Standorte für die Masten festgelegt. Mitte des Jahres finden dann Gespräche mit den Bürgern statt, über deren Grund und Boden die Hochspannungsleitungen verlaufen sollen", sagte der Bürgermeister.