Das Problem der leerstehenden Schule in Neundorf, das hohe Wellen im Weitramsdorfer Ortsteil geschlagen hat, ist gelöst. Mehrheitlich sprachen sich bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die vier Ortsvereine für einen Umbau und eine Nutzung aus. Ursprünglich sollte die Schule das Domizil der Diakoniestation Weitramsdorf-Seßlach werden, was sich aufgrund einiger Unstimmigkeiten zerschlug. Die Diakoniestation hat in Dietersdorf eine älteres Anwesen erworben, das sie auf ihre Gegebenheiten hin renoviert.
Es wurde glücklicherweise der Coburger Investor Thomas Steinbrückner für die Neundorfer Schule gefunden, der, so Bürgermeister Wolfgang Bauersachs (BfB), technische Fluggeräte wie Drohnen dort herstellen lassen will. Da die Neundorfer Ortsvereine, insbesondere die Blaskapelle, die Räumlichkeiten benötigen, hatte es zuvor erheblichen Ärger im Weitramsdorfer Ortsteil wegen der weiteren Zukunft gegeben. Die Blaskapelle braucht einen Übungsraum und Lagerräume für ihre Materialien und hatte große Sorge, wo sie künftig zusammenkommen könnte. Auch anderen Vereinen, die das Schulgebäude bislang nutzten, ging es so.


Verkauf ist erfolgt

Der Übergang des Eigentums an den neuen Besitzer ist bereits vollzogen, das heißt, die Gemeinde Weitramsdorf hat verkauft. Vertraglich ist mit dem neuen Eigentümer vereinbart, dass im Grundbuch ein Nutzungsrecht eingetragen wird für die Vereine in Teilbereichen des Gebäudes. Im Obergeschoss möchte vor allem die Blaskapelle ihr Domizil aufschlagen, wobei diese Räumlichkeiten auch von den anderen Vereinen genutzt werden können. Das Untergeschoss soll allen Vereinen dienen. Der Pausenhof kann nicht mehr genutzt werden. Die Verbrauchskosten (Strom, Wasser, Heizung) sollen die Vereine für die Räumlichkeiten übernehmen. Genannt wurden 2500 Euro pro Jahr. Dafür fällt keine Miete an. Die Umbaukosten, beziffert mit 6900 Euro, übernimmt die Gemeinde. Die Arbeiten werden in Eigenleistung erbracht.


Teils heftige Kritik

Mit diesen Modalitäten setzten sich die rund 100 Mitglieder aus den vier Ortsvereinen, Feuerwehr, Blaskapelle, Obst- und Gartenbauverein sowie Radlerverein Concordia unter der Leitung von Andreas Böhm auseinander, immer unter der Prämisse "Wir brauchen Räume". Böhm ließ es sich nicht nehmen, Kritik zu äußern. Sein Fett weg bekam der Gemeinderat: "Von ihm ist null an Konzept erarbeitet worden und es wurde kein Interesse an Zusammenarbeit gezeigt." Dem Bürgermeister warf er vor, den ganzen Ablauf verzögert zu haben. In der Kritik stand auch der Bauamtsleiter der Gemeinde, Sven Scherbel. Dessen Kostenberechnung sei nicht nachvollziehbar und mangelhaft. Böhm sagte immer wieder: "Dilettantisch." Die Neundorfer Vereine wollen sich deshalb nach Alternativen zur von der Gemeinde Weitramsdorf aufgestellten Kostenberechnung umsehen.
Böhm betonte, im Dorf weiter den Zusammenhalt stärken zu wollen. Aus der Versammlung kam der Vorschlag, die Gemeinde Weitramsdorf möge den gesamten Verkaufserlös den Neundorfer Vereinen zur Verfügung stellen, da die Schule eine ortseigene Einrichtung sei. Zudem stand als Vorwurf die Frage im Raum, warum die Schule nicht den Vereinen zum Kauf angeboten wurde. Letztendlich kristallisierte sich heraus, dass es keine Alternative zum derzeitigen Vorgehen gibt. Bürgermeister Wolfgang Bauersachs, der die ganze Zeit still in der Ecke saß, wurde um eine Stellungnahme gebeten. Als er das Wort ergriff, sagte er: "Ich mache mir keinen Vorwurf über den Ablauf und bin mit der Lösung zufrieden, was kein leichtes Unterfangen war."