Schnell ging alles: Kaum war die Verhandlung eröffnet, war sie auch schon wieder vorbei. Und das nicht nur, weil sich Richter und Staatsanwältin bemühten, möglichst schnell zu sprechen. Dem jungen Mann auf der Anklagebank nützte das wenig: Er verließ das Erlanger Amtsgericht trotzdem mit einer saftigen Geldstrafe und vier Tagen Jugendarrest.

Sein Vergehen hatte er zuvor komplett eingeräumt: Er war dabei erwischt worden, wie er vor etwa einem Jahr Marihuana ein- und - was vor allem strafbar ist - verkauft hatte. Es handelte sich um zwei Chargen zu je rund 50 Gramm, die der damals 20-Jährige im Herzogenauracher Stadtgebiet teilweise bereits vertickt hatte, als die Polizei ihm auf die Schliche kam.

Es wurden in seiner Wohnung dann verschiedene Utensilien zum Wiegen, Aufteilen und Verpacken der Drogen sichergestellt - so dass davon auszugehen ist, dass er durchaus schon länger Handel trieb. Angeklagt und verurteilt wurde der Herzogenauracher jedoch natürlich nur für die beiden nachgewiesenen Fälle.

Jugendstrafrecht - ja oder nein?

Die Staatsanwältin hätte gerne das Erwachsenenstrafrecht angewandt gesehen, da der junge Mann nicht mehr bei seinen Eltern wohnt und wirtschaftlich unabhängig ist. Verteidiger Felix von Pierer hingegen verwies auf das "unsichere, jugendtypische" Auftreten seines Mandaten. Außerdem sei er erst vor etwa drei Monaten von zu Hause ausgezogen und wohne nun zunächst in einer WG - also nicht ganz alleine.

Der 21-Jährige beteuerte, inzwischen von Drogen Abstand genommen zu haben, auch vom Konsum. Mit Drogenscreenings zeigte er sich daher auch einverstanden. Seine Lieferanten wollte er jedoch nicht nennen.

"Der Schutz seiner Verkäufer ist ihm offensichtlich wichtiger, als richtig mit der Drogenvergangenheit abzuschließen", meinte Richter Christian Kretschmar. Er blieb zwar beim Jugendstrafrecht, verdonnerte den Angeklagten jedoch trotz Geständnisses zu vier Tagen Arrest, einer Geldauflage von 2000 Euro sowie zwei Jahren nachweisliche Drogenfreiheit. "Das heißt, dass Sie die Screenings selbstständig und auf eigene Kosten wahrnehmen müssen", erklärte er dem eingeschüchtert wirkenden jungen Mann. Sollte eine der Auflagen nicht erfüllt werden, könne aus dem Kurzzeitarrest schnell ein längerer Strafaufenthalt werden, warnte der Richter.

Das Urteil ist bereits rechtskräftig.