Hinter dem Schlosstheater Thurnau liegen harte Monate, in denen die Verantwortlichen versucht haben, flexibel auf alle Unwägbarkeiten der Corona-Pandemie zu reagieren. Wie der Vorsitzende des Fördervereins, Dietmar Hofmann, bei der Hauptversammlung in der Gaststätte Werner in Muckenreuth betonte, habe man zwischenzeitlich sogar eine eigene Teststation eingerichtet, um für eine größtmögliche Sicherheit im Zuschauerraum zu sorgen. Nun hoffe man, dass Stück für Stück wieder so etwas wie Normalität einkehren möge.

Dazu zählt auch die Neuauflage der Schlossfestspiele, die heuer zum siebten Mal stattfinden werden. Wie Intendant Wolfgang Krebs mitteilte, stehe vom 6. bis 14. August im unteren Schlosshof an sechs Abenden die Komödie "Die Wunderübung" von Daniel Glattauer auf dem Programm. Bei schlechtem Wetter bestehe erstmals die Möglichkeit, in den neuen Veranstaltungsraum des Instituts für Fränkische Landesgeschichte auszuweichen.

Heute ist Aufführung

Noch im Mai - heute um 19.30 Uhr und am 15. Mai um 17 Uhr - werde im alten Rathaus das kabarettistische Soloprogramm "Vulva reloaded" von Daniela Dillinger (Krebs: "Ein wunderbares Stück über die Weiblichkeit") gezeigt. Es gebe noch Karten für Kurzentschlossene.

Wie Krebs weiter ausführte, habe er die spielfreie Zwangspause im vergangenen Jahr genutzt, um mit Unterstützung der Adalbert-Raps-Stiftung bei der Umsetzung eines Video-Projekts für Seniorenheime im Landkreis zu helfen, das auf große Resonanz gestoßen sei. Für einen Videoclip habe er mit Lorenz Trottmann Ausschnitte des Programms "Humor liegt in der Luft" präsentiert. So ganz nebenbei habe das Projekt ein paar Euro in die klamme Kasse gespült, ebenso eine Sonderaufführung für den Lions-Club Bayreuth-Kulmbach.

Als großes Glück bezeichnete es der Intendant, dass man für die Produktionen am Jahresende kurzfristig ins Kutschenhaus umziehen konnte. Dort hätten immerhin rund 70 Zuschauer Platz gefunden.

"Die Männer haben es echt verkackt", mit diesen klaren Worten richtete Krebs den Blick auf die Ukraine und andere Krisenherde in der Welt. Und daher wolle er in der neuen Spielzeit ab Herbst verstärkt den Blick auf Frauen richten. Spannend werde vor allem das Projekt "Donna", das ab 9. Oktober im Töpfermuseum geplant sei. Hierfür werde ein italienischer Regisseur Ende Juni in Thurnau auf eine ganz spezielle Weise Frauen porträtieren.

Dank vieler Spenden und des Erwerbs von Kartengutscheinen sei man finanziell einigermaßen über die Runden gekommen, sagte Schatzmeisterin Martina Hofmann. Ihr bescheinigte Viktor Clauss eine vorzügliche Buchführung.

Dietmar Hofmann dankte am Ende allen Mitgliedern, die durch ihren außergewöhnlichen Einsatz hinter und neben der Bühne das Schlosstheater am Leben halten. Auch dem Markt Thurnau dankte er für die unkomplizierte Unterstützung. Der nächste Stammtisch finde nach langer Pause am 7. Juli statt. red