Genau um 18.01 Uhr ertönte die Sirene auf dem Schlossplatz in Schney. Die Alarmmeldung hatte die Brandmeldeanlage der Franken-Akademie ausgelöst. Gemeldet wurde von der Integrierten Leitstelle (ILS) in Ebersdorf ein Zimmerbrand mit Rauchentwicklung sowie noch acht im Haus befindliche Personen. Dabei handelte es sich allerdings nicht um einen Ernstfall, sondern um eine Übung im Rahmen der jährlich stattfindenden Feuerwehr-Aktionswoche.

Natürlich war die Schneyer Feuerwehr an dem nur einige Meter entfernten Gebäude nach kurzer Zeit am Einsatzort. Aber auch die weiteren beteiligten Wehren aus Buch am Forst, Michelau und Lichtenfels trafen zusammen mit der BRK-Bereitschaft Michelau nur wenige Minuten später ein.

Sofort nach dem Auslösen des Rauchmelders und der Brandmeldeanlage hatte der Geschäftsführer der Franken-Akademie, Martin Lang, die im Haus anwesenden Personen evakuiert und auf dem Vorplatz versammelt. Dem eintreffenden Einsatzleiter Patrick Nielsen von der Feuerwehr Schney meldete er acht noch im Haus vermisste Personen, wovon sich zwei aus dem dritten Stock mit Hilferufen meldeten.

Dann ging unter Beobachtung durch den Kreisbrandmeister Alexander Klose alles Hand in Hand, sowohl bei der Personenrettung als auch bei der Brandbekämpfung. Ein Trupp der Feuerwehr Buch am Forst legte im Bereich des evangelischen Gemeindehauses eine Schlauchleitung vom Kirchweiher zum Schloss, um den imaginären Brand mit zwei Strahlrohren von der Rückseite des Gebäudes zu bekämpfen. Eine weitere Schlauchleitung für den vorderen Gebäudebereich wurde vom Unterflurhydranten auf dem Schlossplatz aufgebaut.

Die Drehleiter ausgefahren

Gleichzeitig machten sich die Atemschutzgeräteträger bereit, um die noch im Haus befindlichen Leute zu befreien. Vier Atemschutztrupps begaben sich schließlich auf der Suche nach den vermissten Personen in den verrauchten Gebäudeteil. Zudem wurde ein Hochdruckentlüfter eingesetzt, um die Räume rauchfrei zu machen.

Zwischenzeitlich hatte die Feuerwehr Lichtenfels die Drehleiter ausgefahren, um die nicht ganz einfache Aufgabe zu bewältigen, die als verletzt geltenden zwei Personen nach und nach mittels einer speziellen Liege aus dem dritten Stock zu befreien. Auch die sechs im verrauchten Bereich befindlichen Personen wurden von den Atemschutztrupps aufgespürt und aus der Gefahrenzone gebracht.

Bei der Nachbesprechung bedankte sich Alexander Ultsch, der Kommandant der Schneyer Wehr beim Geschäftsführer Martin Lang für die Zurverfügungstellung des Gebäudes und die Durchführung der Evakuierung sowie bei allen beteiligten Feuerwehrleuten für ihren engagierten Einsatz. Auch Kreisbrandmeister Alexander Klose lobte den Einsatz der Feuerwehrleute und zeigte sich mit dem Ablauf der Übung sehr zufrieden.