Der Ruhewald Schloss Tambach bei Weitramsdorf bietet eine Form der Beisetzung, die stark nachgefragt ist. Heinrich Graf zu Ortenburg kann sich in seinem Konzept bestätigt fühlen, mit dem er vor Jahren in der Region Neuland betreten hat. Mit diesem Erfolg steigt aber auch der Verkehr zu dem Waldgebiet. Das spürt Thomas Oeckler deutlich. Sein Pferdehof liegt nämlich direkt an der Zufahrt.

Dabei betont er allerdings: "Es ist nicht die Zahl der Fahrzeuge, es ist die Geschwindigkeit, die uns hier stört." Es ist ein Flurweg, der von der Ortsverbindung zwischen Weitramsdorf und Ummerstadt zum Ruhewald abzweigt. Gleich nach dem Verlassen der Hauptstraße passieren die Fahrzeuge den Hof der Oecklers. Und sie passieren ihn oft zu schnell, findet Thomas Oeckler. Wenn Reiter mit ihren Pferden vom Hof auf die Straße wollen oder er mit dem Schlepper rangieren muss, dann wird es oft gefährlich. "Der Weg ist inzwischen ganz gut ausgebaut, das verleitet halt auch dazu, schneller zu fahren", meint er.

Tempo 30 soll kommen

"Ich habe schon mit der Gemeinde gesprochen, wir wollen 30er Schilder aufstellen, ich komme auch für die Kosten auf", sagt Heinrich Graf zu Ortenburg. Und Thomas Oeckler ist überzeugt, dass es da kein Problem geben wird. Den Grund liefert das Navi in seinem Auto. "Wenn ich vorne von der Hauptstraße abbiege, dann zeigt mir das Navi kurz danach 30 als Geschwindigkeitsbegrenzung an. Erst vorne an der Kurve ist das dann zu Ende", beschreibt er seine Beobachtung.

Auch Findlinge könnten helfen

Sollte auch die Geschwindigkeitsbeschränkung keine Wirkung zeigen, dann wäre eine weitere Überlegung, durch Findlinge die Fahrbahnbreite an einigen Stellen zu verringern. Das sollte in jedem Fall zu hohe Geschwindigkeiten verhindern. Doch zuerst sollen die Schilder eine Chance bekommen.

Dass der Verkehr zum Ruhewald und zurück stark zugenommen hat wundert Heinrich Graf zu Ortenburg nicht. "Beisetzungen im Ruhewald sind sehr gefragt. Wir haben inzwischen bis zu 250 Beisetzungen im Jahr", sagt er. Immer wieder musste die Fläche des Ruhewaldes erweitert werden.

Eine neue Erweiterung ist gerade in Arbeit. Dafür wurden auch neue Baumarten gepflanzt. "Einerseits wollen wir den Kunden auch besondere Bäume anbieten, andererseits geht es auch darum zu sehen, welche Baumarten bei uns gut mit dem Klimawandel zurecht kommen", erklärt Heinrich Graf zu Ortenburg. So findet sich jetzt Elsbeere, Speierling, Maulbeere oder die Steineiche auf der Fläche - eine besondere Eichenart, die im Winter ihre grünen Blätter behält.

Seltener Blauglockenbaum

Ebenfalls selten in unseren Gegenden ist der Blauglockenbaum, der im Ruhewald jetzt gepflanzt wurde. Mit der Zahl der Beisetzungen steigt naturgemäß die Zahl der Besucher. Das gilt nicht nur für den Tag der Beisetzung selbst. Da ist zurzeit die Zahl der Teilnehmer corona-bedingt auf 25 begrenzt. Es gilt vor allem für Angehörige, die den Ort besuchen, an dem geliebte Menschen begraben liegen. "Gerade jetzt merken wir, dass die Leute häufiger kommen", stellt Heinrich Graf zu Ortenburg fest. Auch hier wohl ein Zusammenhang mit Corona und den geltenden Beschränkungen.

Viele Fußgänger unterwegs

Gleichzeitig beobachtet Thomas Oeckler aber auch: "Es gehen halt auch viele Leute spazieren, gerade am Wochenende sind oft Familien mit Kindern und ihren Fahrrädern hier auf dem Flurweg unterwegs", sagt er. An manchen Sonntagen haben er und seine Frau um die 150 Fahrzeuge gezählt, die Richtung Ruhewald gefahren sind. Und er bleibt dabei: "Viele sind da einfach zu schnell unterwegs, gerade wenn Spaziergänger auf der schmalen Straße unterwegs sind."

Da hofft er nun auf Abhilfe durch die Geschwindigkeitsbeschränkung. Und er appelliert an alle, die zum Ruhewald fahren, doch etwas mehr Rücksicht zu nehmen. Zumal der Anlass für die Fahrt zu einem Friedhof doch in aller Regel ein eher nachdenklicher sein sollte.