Das kommt sehr selten vor: Der Rannunger Gemeinderat verabschiedete in seiner jüngsten Sitzung einen Gemeindehaushalt, in dem der Vermögenshaushalt mit 2,92 Millionen Euro größer ist als der Verwaltungshaushalt mit 2,51 Millionen. Grund dafür sind 900.000 Euro für die Sanierung der Mehrzweckhalle.

In der Sitzung gab es allerdings schon Zweifel, ob mit den Arbeiten dieses Jahr noch begonnen werden kann. Bekanntlich hat der Gemeinderat die Einrichtung eines beratenden Bauausschusses beschlossen, der Einsparmöglichkeiten finden soll. Er hat allerdings seine Arbeit noch nicht aufgenommen.

Kämmerer Michael Weigand empfahl, die 900.000 Euro im Haushalt zu lassen, "falls es im Herbst doch noch losgehen sollte, wobei das etwas sportlich ist". Sieben der acht anwesenden Gemeinderäte samt Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU) stimmten schließlich für den Haushalt, ein Gemeinderat war dagegen.

Die Gemeindesteuern ändern sich nicht. Die Grundsteuer bleibt bei 370, die Gewerbesteuer bei 360 Prozent. Die Einnahmen im Verwaltungshaushalt sind um 225.000 Euro höher als die Ausgaben. Sie fließen als Zuführung in den Vermögenshaushalt. Der Freistaat zahlt zur Finanzierung des Vermögenshaushaltes eine Investitionspauschale von 127.000 Euro. Rannungen muss 33.000 Euro Schulden tilgen. Damit bleibt also eine sogenannte freie Finanzspanne in Höhe von 314.000 Euro als Grundstock für die Finanzierung von Investitionen.

Zur Finanzierung der Investitionen, vor allem der Hallen-Sanierung, sind Schulden in Höhe von 441.000 Euro eingeplant. Außerdem sollen aus der allgemeinen Rücklage 351.000 Euro entnommen werden. Damit hätte die Gemeinde zum Jahresende nur noch die vorgeschriebene Mindestrücklage in Höhe von 25.000 Euro auf dem Konto.

Michael Weigand rechnete vor, dass die Gemeinde laut Finanzplan Ende 2025 Schulden in Höhe von 1,203 Millionen Euro hätte, wenn die Sanierung der Halle wie jetzt vorgesehen verwirklicht wird. Damit würde die Verschuldung pro Einwohner 1061 Euro betragen (Landesdurchschnitt 592 Euro).

Dadurch werde die Finanzierung von zukünftigen Pflichtaufgaben wie etwa Sanierung der Abwasserentsorgung oder Sicherstellung der Wasserversorgung stark erschwert, schreibt Weigand im Vorbericht zum Haushalt. Die geplante Erschließung eines neuen Baugebietes sei im Haushalt und Finanzplan noch gar nicht aufgenommen. Er mahnte, "aus diesem Grund gilt es zu überdenken, ob den hohen geplanten Investitionen in freiwillige Aufgaben (zum Beispiel Generalsanierung der Mehrzweckhalle, Errichtung eines Jugendtreffs) nicht die Erfüllung der gemeindlichen Pflichtaufgaben vorangestellt werden sollte".