Spaß an Bewegung und Sport, die Gemeinschaft mit Freunden und Vereinskameraden, eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und natürlich auch die körperliche Fitness und die Förderung der Gesundheit sind häufige Beweggründe, um Sport zu treiben. Dies gilt sowohl für Menschen mit als auch für Menschen ohne Behinderung. Darüber hinaus ist der Sport besonders gut geeignet, um das gegenseitige Verständnis von Menschen mit und ohne Behinderung zu stärken sowie Vorurteile und Berührungsängste abzubauen.
Die UN-Behindertenrechtskonvention hat für den Bereich Sport das Ziel, allen Menschen eine selbst bestimmte und gleichberechtigte Teilhabe am Sport sowie in den Strukturen des Sports zu ermöglichen. Menschen mit Behinderung soll über den Sport eine Teilhabe an der Gesellschaft eröffnet werden.
Bei dem aktuellen Projekt "CAI - Coburg Alles Inklusiv" sollen Menschen aus der Stadt und dem Landkreis Coburg, mit und ohne Behinderung, die Möglichkeit bekommen, gemeinsam Sport zu treiben. Dabei sollen die wenigen, bereits bestehenden Angebote bekannter werden, aber vor allem auch neue Gruppen geschaffen werden. Das Thema Inklusion ist bereits in allen Köpfen eingetroffen, doch die selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Handicap ist leider noch lange kein Alltag.
Die Unterstützung der Stadt Coburg hat das Projekt bereits jetzt, dies legt der Dritte Bürgermeister Thomas Nowak (SPD) mit seiner Position klar: "Sport ist für die meisten Menschen von großer Bedeutung und durch Sport können persönliche Grenzen überwunden werden. Dies ist für Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen gültig. Was für beide ebenfalls gleich ist, ist das Erfolgserlebnis, dass Sport gesund ist und allen eine Teilhabe ermöglicht. Diese Chance sollten wir allen geben."
Der TV 48 Coburg hat selber zwei integrative Gruppen für Kinder und möchte dieses Angebot auch gerne weiter ausbauen. Vor allem sollen mehrere verschiedene Sportarten und auch alle Altersklassen die Möglichkeiten zu gemeinsamem Sport erhalten.
Ganz im Vordergrund steht aber die Idee, Mitstreiter aus anderen Vereinen und Verbänden, Schulen, Wirtschaft oder auch einfach interessierte Einzelpersonen zu finden. Dafür gibt es nun ein erstes Treffen, um den Ist-Zustand zu erheben, Ideen auszutauschen und Bedarf zu klären. Anschließend möchte man mit einem offenen Arbeitsteam die Möglichkeiten erarbeiten, Vereinen Unterstützung geben und auch weiteren Erfahrungsaustausch anbieten.
Auch der Behindertenbeauftragte der Stadt Coburg, Peter Tretau, steht begeistert hinter der Sache. Nach seinem persönlichen Motto "Nicht reden - machen!" soll das Projekt "CAI - Coburg Alles Inklusiv" starten.


"Nur Gewinner"

Dabei hat auch Peter Tretau seine eigene Meinung von Inklusion im Sport: "Die Vielfalt der Sportler ist die Chance im Sport. Nicht jeder Teilnehmer kann alles, dafür aber irgendwas besser als andere Sportler, unterschiedliche Sportler ergänzen sich und als Gruppe gleicht man die erkannten Schwächen aus. Jeder hilft wie selbstverständlich jedem und das macht ein Team aus. Am Ende gibt es beim gemeinsamen Sport mit Menschen mit Handicap nur Gewinner!"