Grund für die große Zuhörerschaft bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Redwitz im Bürgerhaus war die Vorstellung des Bauvorhabens von Dietmar Müller, der auf den von ihm erworbenen Grundstücken mit der Flurnummer 168 und 795/3 einen Neubau von 18 barrierefreien und behindertengerechten Mietwohnungen plant.

Architekt Karl-Heinz Wunder von "Des fränkische Verwaltungs GmbH" aus Küps stellte das Bauvorhaben der Wohnanlage "Sonnenweg" ausführlich dar. Aufgrund des immer weiter steigenden Anteils von älteren Menschen in der Bevölkerung werde auch die Zahl der Pflegebedürftigen in den nächsten Jahren weiterhin steigen, so der Architekt.

"Wohnen mit Zukunft" sei das Ziel dieser Wohnanlage, ein selbstbestimmtes und altersgerechtes Wohnen soll ermöglicht werden. Die Lage des geplanten Gebäudes sei günstig: Einkaufsmarkt, Bäckerei, Apotheke, ein Getränkemarkt, Sparkasse, VR Bank, eine Postfiliale und verschiedene Gastronomien befinden sich in der Nähe. Die Wohnanlage diene Menschen mit und ohne Behinderung und führt zu einem aufmerksameren Mit- und Füreinander. Hierzu werde auch ein frei nutzbarer Gemeinschaftsraum im Dritten Obergeschoss eingerichtet, der für tägliche Treffen, Vorträge oder private Feiern genutzt werden kann. Eine Dachterrasse mit Blick auf das begrünte Dach bereichert das Gemeinschaftsleben in der Wohnanlage.

Bei der Planung der 18 Wohnungen wird großer Wert auf Barrierefreiheit gelegt. Dies gelte besonders für die Türen sowie die Installation der Bäder, den Personenaufzug und für die Verkehrsflächen. Bei den Wohnungen handelt es sich um Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen, im zweiten Obergeschoss befindet sich eine größere Vier-Zimmer-Wohnung.

Die Parkplätze am Gebäude sind ebenso barrierefrei. Für Parkplätze wurde auch das Grundstück mit dem alten Feuerwehrhaus in unmittelbarer Nähe der Wohnanlage mit einbezogen, wobei der alte Kastanienbaum erhalten bleiben soll.

Mit dem Abriss der bestehenden Gebäude soll im Herbst begonnen werden, die Wohnanlage könnte dann bis zum Sommer 2022 fertiggestellt werden. Eine erfahrene Mietverwaltung soll dann beauftragt werden.

Erster Bürgermeister Jürgen Gäbelein (Unabhängige Bürger) stellte das Bauvorhaben als prägendes Element heraus, das das Ortsbild der Gemeinde positiv bereichern wird. Er und der gesamte Gemeinderat stehen dem Vorhaben positiv gegenüber.

Wann gratuliert der OB?

Außerdem waren noch weitere Punkte Teil der Sitzung. Auf der Dienstversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Redwitz a.d. Rodach am 18. Juli wurde Stefan Will zum Feuerwehrkommandanten sowie Kai Fuhrmann zum Stellvertreter des Kommandanten gewählt. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre und beginnt mit sofortiger Wirkung. Fuhrmann müsse hierfür noch den Lehrgang "Leiter einer Feuerwehr" besuchen. Der Kreisbrandrat hat bereits zugestimmt, so dass eine Bestätigung vom Gemeinderat einstimmig erteilt wurde.

Um den datenschutzrechtlichen Vorschriften Genüge zu tun, wurde eine Richtlinie für Anlässe beschlossen, zu denen der Erste Bürgermeister oder einer seiner Stellvertreter im Namen der Gemeinde gratuliert. Zu folgenden Anlässen wird gratuliert: Zur Geburt eines Kindes, zum 18. Geburtstag, zum 75. Geburtstag und dann alle fünf Jahre, ab dem 90. Geburtstag jedes Jahr. Außerdem zur silbernen und zur goldenen Hochzeit sowie zum 60. Ehejubiläum, ab dann alle fünf Jahre.

In der vorherigen Sitzung wurde angefragt, ob am sogenannten Badeplatz an der Rodach in Unterlangenstadt eine Umkleidemöglichkeit aufgestellt werden kann. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass es dadurch zu einer verstärkten Verkehrssicherungspflicht und damit zu einer Haftung der Gemeinde im Schadensfall kommen kann. Nach eingehender Diskussion, in der auch eine unverbindliche Sichtschutzhecke als Umkleidebereich zur Sprache kam, wurde der Antrag auch wegen der zahlreichen Grünpflegearbeiten für den Bauhof im Gemeindebereich mit zehn gegen sechs Stimmen abgelehnt.

Das alte Brauhaus ist gefragt

Der Bürgerverein Lebendiges Redwitz, vertreten durch den Vorstand Stephan Arndt, fragte nach, ob der Verein das alte Brauhaus als Unterstellmöglichkeit nutzen könnte. Gäbelein schlug eine Vertagung dieses Punktes vor, da hier auch andere Vereine Interesse haben könnten. Zudem habe das Dekanat als Träger des offenen Jugendtreffs im Bürgerhaus angeregt, das alte Brauhaus im Sommer für die Jugendlichen des Jugendtreffs zu nutzen. Dies würde das alte Brauhaus beleben und auch Veranstaltungen könnten weiterhin an der Wasserbühne stattfinden.

Ebenso wurde in der vergangenen Sitzung die digitale Ausstattung der Schule angesprochen. Nach Gesprächen mit der Schulleitung hat die Schule hierzu eine Übersicht über die geplanten Anschaffungen und die entsprechenden Förderprogramme erstellt. Insgesamt sind Anschaffungen in Höhe von 156 000 Euro geplant.

So ist zum Beispiel die Ausstattung des gesamten Schulgebäudes mit WLAN geplant, ebenso die Erneuerung von 13 stationären PCs am Lehrerpult in den Klassenzimmern, die Anschaffung von 13 Lehrer-Tablets sowie 24 Tablets inklusive einer Ladestation für die Grundschule. Zehn Laptops sollen an die Mittelschule gehen. Außerdem sollen die alten Tafeln ab- und Whiteboards und Beamer für fünf Fachräume angeschafft werden.

Für diese Neuerungen stehen aus dem Digitalpakt des Bundes 115 756 Euro und vom Digitalbudget des Landes 24 623 Euro zur Verfügung. Zusätzlich werden noch 20 Leihgeräte für die Mittelschule aus dem Sonderbudget mit voraussichtlichen Kosten von 15 700 Euro beschafft. Dies entspricht insgesamt einer förderfähigen Summe von 156 166 Euro, der Eigenanteil der Gemeinde beträgt 15 597,66 Euro.

Nach einer Ausschreibung der Stelle konnte mit Andre Gude ein neuer Friedhofspfleger gefunden werden. Gude ist seit dem 1. Juli mit 20 Stunden monatlich beschäftigt.

Bau des Radwegs verzögert sich

Gemeinderat Jochen Körner (SPD) sprach, nachdem der Freistaat Bayern 200 Millionen Euro für das Radwegenetz ausgeben wolle, die Erstellung des schon seit Jahrzehnten geplanten Radweges an der Staatsstraße 2208 zwischen Mannsgereuth und Beikheim an. Dieser würde die Lücke des Radwegenetzes zwischen Bamberg und dem thüringischen Sonneberg schließen. Hier gebe es im Gemeindegebiet Beikheim allerdings Schwierigkeiten mit einem Landwirt beim Grunderwerb, so Bürgermeister Gäbelein und Joachim Stefan von der Bauverwaltung. Nach Aussagen des Staatlichen Bauamtes würde das Verfahren drei bis vier Jahre einnehmen, wenn kein freihändiger Grunderwerb möglich wäre. "Es liegt nicht in unserer Hand, aber wir werden dranbleiben", so der Bürgermeister, "die Mühlen mahlen hier eben langsam."