"Was mit einer "Brautschau" im Jahr 1996 begonnen hatte, gipfelte am 24. September 2000 in Höchstadt in einer Hochzeit." Das konnte man im FT vom 25. September 2000 lesen. Vom 22. bis 28. September 2000 weilte eine Delegation aus Castlebar zu Besuch im Aischgrund, und den Höhepunkt bildete die feierliche Besiegelung der Städtepartnerschaft zwischen Höchstadt und Castlebar. Der damalige Castlebarer Bürgermeister Pat King und Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm unterzeichneten in der Anton-Wölker-Schule die Partnerschaftsurkunde in deutscher und in englischer Sprache im Beisein von Theresa Walsh-Zaby, der "Mutter der Partnerschaft", und John Condon, dem Verwaltungschef von Castlebar.

Aus dem zarten Pflänzchen wurde eine lebendige Partnerschaft mit vielen Gegenbesuchen und Schüleraustauschen. Sogar ganze Reisegruppen waren in der Partnerstadt. Unvergesslich sind die Feiern des Patricksdays im Weberskeller mit der Höchstadter Tanzgruppe "Irish Heartbeat".

Thomas Bellew, Erster Botschaftssekretär der irischen Botschaft in Berlin, war mit Ilias Ben Mna, dem assistierenden Referent für Public Diplomacy und Politik, extra aus Berlin angereist. Zuerst gab es eine richtig fränkische Begrüßungsmahlzeit im Brauereigasthof Rittmayer in Aisch. "Ich esse hier zum ersten Mal ,Schäuferla‘, und das schmeckt wirklich lecker!", sagte Thomas Bellew begeistert.

Dann ging es weiter nach Höchstadt, vorbei am Karpfenkreisel, den Bellew unbedingt fotografieren musste, zum Rathaus. In einer Live-Schaltung mit Castlebar konnten sich die Iren mit den deutschen Freunden unterhalten.

"Es war ein historischer Augenblick vor 20 Jahren", begrüßte John Condon Höchstadts Freunde der Partnerschaft.

Brückenbauer in Europa

Die Deutsche Botschafterin Deike Potzel war aus Dublin zugeschaltet. Sie wollte eigentlich persönlich die Eiche in Castlebar pflanzen, doch wegen Corona konnte sie kurzfristig Dublin nicht verlassen. Potzel ging auf die Bedeutung von Städtepartnerschaften, die Verbindung von Menschen, die Entstehung von festen Freundschaften und auf Partnerschaften als Brückenbauer in Europa ein. Sie bedankte sich bei einigen aktiven Freunden auf beiden Seiten für ihr großes Engagement und erinnerte sich gerne an die Einladung der letzten Besuchergruppe zum fränkischen Abend mit Fleischi-Bratwürsten in Castlebar sowie an ihren Besuch im Davitt College. Auch auf die besondere Partnerschaft der beiden Feuerwehren - Dieter Püttner auf der deutschen und Seamus Murphy auf der irischen Seite - ging sie lobend ein.

"Die Eiche ist sowohl eines der eindrucksvollsten Symbole Irlands als auch ein nationales Symbol für Deutschland. Dieser Baum soll in Höchstadt wie in Irland wachsen und viele Früchte hervorbringen. Gerne werde ich einmal die Eiche besuchen. Außerdem werde ich diesen lebendigen Bund immer nach Kräften unterstützen", sagte Potzel.

Auch Zweiter Bürgermeister Günter Schulz sprach lobende Worte über die wirklich blühende Partnerschaft zwischen den beiden Städten.

Theresa Walsh-Zaby und ihr Mann Helmut waren aus Neustadt an der Weinstraße zugeschaltet und erinnerten sich gerne an die Anfänge der "Ehe".

Alle Anwesenden im Rathaus, Christian Wennmacher, Günter Schulz, Tanya Fisher-Lehmann, zuständig für den Schüleraustausch, Tara Baynes aus Castlebar, die in Würzburg studiert, und Johanna Blum, Mitglied des Freundeskreises, stellten sich kurz vor und grüßten alle Freunde in der Partnergemeinde. "Möge die Partnerschaft noch lange leben. Ich wünsche euch allen Glück und Gesundheit!", sagte John Condon am Ende der Live-Schaltung.

Auch in Corona-Zeiten lebendig

Anschließend pflanzte Thomas Bellew in Vertretung des verhinderten irischen Botschafters Nicholas O'Brien zusammen mit Bürgermeister Gerald Brehm (JL), Christian Wennmacher und Bernd Ehrlicher hinter der Fortuna eine Stieleiche als ein Zeichen der Beständigkeit dieser Partnerschaft. Dabei wurden sie von Hermann Zehn vom Bauamt tatkräftig unterstützt.

Kurz gingen Bellew, aber auch Gerald Brehm in einer Ansprache auf die Geschichte der Partnerschaft ein. Brehm bedankte sich auch bei Dagmar Wennmacher, der Vorsitzenden des Freundeskreises, die aus beruflichen Gründen verhindert war, für ihr Engagement.

Stadtpfarrer Kilian Kemmer erinnerte an den Heiligen Kilian, der ja aus Irland nach Würzburg kam, und wünschte dem Bund Gottes Segen.

"Auch in Corona-Zeiten lebt die Partnerschaft, und diese muss wie die Eiche stets gepflegt werden, besonders wenn Europa auseinanderzubrechen droht", erklärte Pfarrer Fritz Schäfer, der genauso wie Kemmer gute Erinnerungen an Castlebar hat.

Nach der Übergabe der Gastgeschenke - Mike Gibson überreichte an die irischen Gäste je ein Buch mit der Höchstadter Friedenserklärung und der Freundeskreis übergab je einen Präsentkorb, gefüllt mit leckeren Dingen - gab es eine Spende vom bekannten Bonbonspezialisten aus Adelsdorf. Anschließend waren alle ins Café der Laufer Mühle in der Fortuna zu Torte und Kaffee eingeladen.

Sowohl in Castlebar als auch in Höchstadt hofft man auf ein baldiges Ende der Corona-Probleme, damit man wieder ungehindert die Partnerstadt besuchen kann. Aber da ist sicherlich noch viel Geduld notwendig.