Helmut Will

Etwa zehn Minuten dauerte eine Verhandlung vor dem Jugendgericht am Amtsgericht Haßfurt, bei dem sich ein 20-jähriger Mann aus dem nördlichen Landkreis wegen eines Vergehens nach dem Betäubungsmittelgesetz verantworten musste. Gegen eine Geldauflage stellte das Gericht das Strafverfahren ein.
Als sich der 20-Jährige im Oktober auf Montage befand, wurde er von der Polizei in Ingolstadt als Fußgänger kontrolliert. Dabei ergab sich der Verdacht, dass er Betäubungsmittel konsumiert hatte.
Dass die Beamten den "richtigen Riecher" hatten, bestätigte sich. Bei der Durchsuchung seines Hotelzimmers wurden, wie die Anklagevertreterin von der Staatsanwaltschaft in Bamberg darstellte, 13,4 Gramm Marihuana mit einem Wirkstoffgehalt von fünf Prozent Tetrahydrocannabinol (THC) aufgefunden und sichergestellt. "Ich sag' mal so, es ist alles so gewesen", gestand der Angeklagte auf Vorhalt von Richter Martin Kober. Der Richter stellte fest, dass der 20-jährige Beschuldigte im Bundeszentralregister eine "weiße Weste" habe.
Franz Heinrich von der Jugendgerichtshilfe des Landkreises Haßberge meinte, dass der Angeklagte "wieder in die Spur" komme. Er habe, so sagte der Fachmann, einen positiven Eindruck von dem jungen Mann. Seine Schulzeit sei gut verlaufen und er habe zu seiner Mutter einen guten Kontakt. Der Jugendgerichtshelfer schlug die Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage vor. Diesen Vorschlag griff das Gericht auf und auch die Anklagevertreterin und der Angeklagte selbst waren damit einverstanden. So geschah es dann auch. Richter Kober stellte das Verfahren gegen eine Geldauflage von 600 Euro, zu zahlen an den Kreisjugendring Haßberge, ein. Erleichtert verließ der 20-Jährige den Gerichtssaal.


Ein weiteres Verfahren

In einem weiteren Fall war ein 20-Jähriger aus Haßfurt wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis angeklagt. Normal reicht für ein Mofa eine Prüfbescheinigung. Hat man an so einem Fahrzeug Veränderungen vorgenommen und transportiert ohne Sitzbank noch eine weitere Person auf dem Gefährt, kann es fahrerlaubnispflichtig werden. So geschehen im Oktober 2016 in Haßfurt, als der junge Mann von der Polizei angetroffen wurde.
Aufgrund vorgenommener Veränderungen am Zweirad hätte der junge Mann die entsprechende Fahrerlaubnis benötigt, sagte die Staatsanwältin in ihrer Anklage. "Ja, das stimmt so", räumte der junge Mann ein und fuhr fort: "So blöd, wie ich bin, habe ich meinen Bekannten mitgenommen, der nach Hause wollte."
Drei Einträge (wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, sexuellen Missbrauchs und Nötigung) stehen im Bundeszentralregister für den Angeklagten. "Die Gesamtsituation für den Angeklagten bereitet Sorge", sagte Franz Heinrich von der Jugendgerichtshilfe. Er stelle sich dem Leben nicht mit dem nötigen Ernst und sei lethargisch. Einen Freizeitarrest hält er für angebracht. Selbst mehrere Eintragungen im Bundeszentralregister hätten den Angeklagten nicht beeindruckt, sagte die Staatsanwältin. Deshalb müsse erzieherisch eingegriffen werden. Einen Freizeitarrest sowie drei Monate Fahrverbot und 40 gemeinnützige Arbeitsstunden sollten es nach ihrer Meinung sein.
Die Frage von Richter Martin Kober, ob er zu seiner Verteidigung etwas vorbringen möchte, beantwortete der junge Mann mit einem Achselzucken. Das Gericht verhängte einen Wochenend-Freizeitarrest und ein dreimonatiges Fahrverbot. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.