"Es ist eine Katastrophe, was da oben fabriziert wird", kommentierte BLLV-Bezirksvorsitzender Henrik Schödel die Vorgehensweise des Kultusministeriums, das nach den Weihnachtsferien bei einer Pressekonferenz Maßnahmen bekanntgegeben hat, um dem "plötzlich" entstandenen Lehrermangel zu begegnen.

In Baiersdorf (Altenkunstadt) trafen sich die oberfränkischen BLLV-Kreisvorsitzenden und Personalratsvorsitzenden mit dem Bezirksvorstand des BLLV Oberfranken. Innerhalb kurzer Zeit hätten den Landesverband mehr als 1500 E-Mails von frustrierten und total enttäuschten Lehrern erreicht. "Manche weinten, weil sie ihre Lebensplanung von heute auf morgen verändern müssen", erläuterte der Bezirksvorsitzende. "Es gibt viele Härtefälle." So müssen etliche Lehrer statt 16 Wochenstunden künftig 24 Wochenstunden unterrichten. Gerade Witwen seien hier betroffen, die nun acht Stunden mehr arbeiten müssen und denen der Mehrverdienst bei der Witwenrente voll gekürzt wird. Acht Stunden mehr Unterricht ohne einen Cent mehr in der Tasche.

Der BLLV habe in den letzten Monaten Alternativen aufgezeigt, die besser wären, jedoch abgelehnt wurden. Der BLLV habe den drohenden Lehrermangel bereits vor Jahren erkannt. "Wir wiesen ständig auf Lehrermangel hin, bis jetzt die Hütte brennt", erklärte Henrik Schödel. "Seit Jahren suchen wir eine Politik des Dialoges." Am 7. Februar ruft der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnen-Verband zu einem bayernweiten Aktionstag auf. "Die Hütte brennt eben doch - und zwar lichterloh! Das ist die Wahrheit!" Nach Unterrichtsschluss sind am 7. Februar alle von den Vorhaben des Kultusministeriums Betroffenen aufgerufen, zu zeigen, dass es nicht über ihre Köpfe hinweggeht. "Der bayernweite, dezentrale Aktionstag an allen Schulen ist angesagt. So nicht!" soll die Botschaft einer Postkartenaktion an den Kultusminister sein. Zudem plant der BLLV eine Demonstration in München möglichst noch in diesem Schuljahr, um auf die Bildungsqualität hinzuweisen. rg