Nicht von der Kanzel, sondern beim Starkbierfest der Freiwilligen Feuerwehr Teuschnitz im Gerätehaus, rechnete Pfarrer Joachim Lindner mit den Bürgern ab. Der Geistliche kredenzte wieder seine allzeit beliebten Wortspiele, nicht verzichtet hat er auch auf seine genialen, grandiosen und geistreichen, allerdings total unterbelichteten und flachen Witze.
Den ersten Trinkspruch widmete er dabei dem "Orgel-Rudi", der kürzlich seinen 65. Geburtstag feierte. "Auf der Orgelbank - da sitzt er, für des Pfarrers neue Lieder übt er, hat die Tasten fest im Griff, und hält sogar des Pfarrers Lieder-Tempo mit", meinte der Redner zum Anfang seiner einstündigen Rede, verbunden mit einem großen Dank an den langjährigen Organisten Rudi Büttner.
Das Thema der Festpredigt hat er von seiner Großmutter, die einen Metzgereibetrieb übernommen hatte: "Darf's ein bisschen mehr sein". Zum Ende des vergangenen Jahres war in der Zeitung zu lesen, dass die Stadt Teuschnitz einen "Geldsegen aus München" erwartet. Rund 700 000 Euro habe die Arnikastadt erhalten. Dabei dachte der Pfarrer, dass das Segnen eigentlich seine Aufgabe sei. Darüber hinaus kündigte er bereits den Termin der Firmung im Herbst an. Die Feuerwehr möge diesmal auch bei gesperrter Straße den Weihbischof durchlassen und nicht wie beim letzten Mal den Erzbischof zu Fuß zum Pfarrhaus laufen lassen.
Zur Uraufführung des Dramas "Anschaffung eines neuen Feuerwehrautos" werde es eine Tragödie in mehreren Akten geben. Der Feuerwehr widmete er den Trinkspruch: "Fürchte Gott, dann wirst du selig, trinke Bier, dann wirst du fröhlich. Fürchte Gott und trinke Bier, dann wirst du fröhlich - selig hier". Ein bisschen mehr wusste er schließlich über das 625. Stadtjubiläum, die "Schwarzkittel und Co", seine Bommeln und die drei Könige, die immer zu viert kommen, zu berichten. Natürlich durfte der ein oder andere Seitenhieb auf die Bürgermeisterin, ihren Bauhof sowie die städtischen Einrichtungen, wie der Kräutergarten, nicht fehlen.
Teuschnitz und das Umfeld: "Darf's ein bisschen mehr sein", fragte er auch zum Stadtratsbeschluss zur Einführung einer Tempo-30 Zone in Wickendorf. Mit 7:7 Stimmen wurde der Antrag auf Einführung einer flächendeckenden Tempo-30-Zone abgelehnt.
Das große Wunder vor Milliarden von Jahren ist jetzt auch in Reichenbach Wirklichkeit geworden. Denn bereits im ersten Buch von Genesis heißt es: "Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde ward wüst und leer und Gott sprach: Es werde Licht und es ward Licht". Wie in der Zeitung vor Weihnachten wahrhaftig zu lesen war: "Es wird Licht in Reichenbach". Als weitere Steigerung des Ganzen hieß es weiter: "Schluss mit den dunklen Ecken in Reichenbach." Die Steinbacher Bürger trauen dem Teuschnitzer Pfarrer hingegen keine Beerdigungen bei Gewitter zu, weil dieser Angst habe, dass der Blitz in seine zwei Ohrringe einschlägt. Aus gut unterrichteten Kreisen hat der Pfarrer auch erfahren, dass man in der Nachbargemeinde Tschirn für die Anhebung von zehn Schachtdeckeln eine Ampelanlage mit der klassischen Farbvariante rot-gelb-grün braucht. Nicht bekannt war bisher, dass auch der Zirkus Krone eine Filiale in Tschirn eröffnet hat. Sagte doch Gemeinderat Werner Welscher in einer Gemeinderatssitzung: "Wir machen uns zum Gespött der ganzen Gemeinde, so einen Zirkus möchte ich nicht mitmachen."