Zum Jahresende schließt Reifen-Luther in Adelsdorf für immer seine Tore. Wolfgang Wiesnet, Filialleiter und Kfz-Meister, war nun fast genau 20 Jahre die "Seele" der Adelsdorfer Niederlassung. Bei ihm konnte man nicht nur alle gängigen Reifen nebst Felgen kaufen, lagern und wechseln, auch Kundendienst und Tüv bot er an. Der Betrieb war stets ausgelastet und das Geschäft lief bestens. Ursache für die Schließung sei hauptsächlich der Personalmangel gewesen. "Im September 2019 hat mein Stellvertreter aufgehört und es fand sich kein Nachfolger mehr", so Wiesnet.

Überall im Kfz-Gewerbe gebe es schon seit längerem zu wenig Personal. "Dieser Beruf ist mittlerweile nicht mehr attraktiv genug und so finden sich auch nicht mehr genügend Auszubildende", erklärt Wiesnet.

Ein großer Fehler sei es gewesen, den Beruf "Kfz-Mechaniker" und den Beruf "Kfz-Elektriker" in dem neuen Beruf des "Kfz-Mechatronikers" zusammenzufassen. "Gerade jetzt braucht man Spezialisten, denn die E-Mobilität schreitet schnell voran. Die Frage ist dann, wer diese neuen Fahrzeuge warten und instandsetzen soll bei diesen mäßigen finanziellen Aussichten", überlegt er.

Wolfgang Wiesnet ist 57 Jahre alt. Im Jahr 2016 erlitt er einen schweren Arbeitsunfall und seitdem ist er schwerbehindert. "Damals bin ich sogar mit Gips in die Arbeit gegangen, nur dass der Laden weiter läuft", erinnert er sich etwas wehmütig.

Wie geht es nun weiter? Wiesnet nimmt seit Montag dieser Woche seinen Resturlaub. "Ich weiß nicht, was das neue Jahr bringt", betont er ziemlich deprimiert.

Reifen-Luther hatte früher in der Region drei Niederlassungen. Jetzt gibt es nur noch die Zentrale in Eckental. Die Niederlassung in Auerbach ist schon länger geschlossen und nun macht Reifen-Luther in Adelsdorf auch dicht. Das Gebäude ist bereits verkauft. jb