Der ruhende Verkehr im Altstadtbereich und konkret die Parkmöglichkeit rund um den Marktplatz beschäftigte den Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung. Hintergrund war eine Umfrage, die im Zusammenhang mit der Städtebauförderung durchgeführt worden war, wie Bürgermeisterin Christine Frieß (CSU) erläuterte. Die Hauseigentümer am Marktplatz hatten sich dabei mehrheitlich für eine Parkdauer von eineinhalb beziehungsweise drei Stunden ausgesprochen.

Nach einer längeren Diskussin darüber, welcher Zeitraum für die Einwohner bzw. die Kunden der Geschäfte in Burgkunstadt am geeignetsten sei, entschieden die Ratsmitglieder sich schließlich dafür, an den Werktagen die Parkzeit auf zwei Stunden - jeweils von Montag bis Freitag von 6 Uhr bis 19 Uhr und an Samstagen von 6 Uhr bis 14 Uhr - festzusetzen.

Insbesondere die zu erwartende hohe Förderung von immer noch rund 70 Prozent bewog die Ratsmitglieder dazu, den noch bestehenden Sanierungsbedarf bei der Trinkwasseranlage und Abwasserbeseitigung weiter umzusetzen und dieses Bauvolumen mit einem geschätzten Kostenaufwand in Höhe von 6,714 Millionen Euro in den kommenden Jahren anzugehen.

In der vorangehenden Bauausschusssitzung waren die Errichtung einer Wohnanlage mit 15 Wohneinheiten in der Lichtenfelser Straße 80 und ein Wohnhaushausneubau auf dem Grundstück Salzrinne 8 befürwortet worden.

Nachdem sich die neuen Mitarbeiter der Stadt - Sebastian Pol, Christian Russ und Bernd Schmidt - mit ihren neuen Aufgabenbereichen vorgestellt hatten, befasste man sich zunächst mit der vom Bayerischen Landtag beschlossenen Verlängerung der Richtlinien für wasserwirtschaftliche Vorhaben bis 2024, die Stephan Endres vom Ingenieurbüro Miller, Nürnberg, zur Disposition stellte.

Die Maßnahmen bei Wasserversorgungsleitungen und Hausanschlüssen, die Reparatur und Renovierung der Abwasserkanäle und der Verkehrsanlagen (Straßen) zeigte er dabei mit folgenden Kostenanteilen auf: Wasserversorgung 890 000 Euro (Brauhausweg, Breslauer Straße, Weidenburg), Abwasserbeseitigung im Inlinerverfahren 380 000 Euro (Hasenstein, Widencer Platz, Klausenhof, Dammsiedlung, Am Gutshaus, Redwitzer Straße), Erneuerung Abwasserkanäle und Wasserleitung mit Hausanschlüssen 624 500 Euro (Rangengasse, Friedhofstraße), Wasser, Abwasser und Verkehrsanlage (Straßenwiederherstellung im Vollausbau) 4 820 000 Euro (Schönberg, Wolfsberg, Städelgasse, Fliehgasse, Bahnhofstraße, Anger).

Bei einer Förderfähigkeit von rund 70 Prozent können dabei für diese Vorhaben jährliche staatliche Mittel in Höhe von einer Million Euro (jeweils Wasser und Kanal) abgerufen werden. Insgesamt, so die Verwaltung, hat Burgkunstadt hierfür insgesamt Förderungen in Höhe von 1,595 Millionen Euro erhalten. Nach einer kurzen Aussprache wurde beschlossen, die bis in das Jahr 2024 verlängerten Fördermöglichkeiten für die Sanierung der Trinkwasseranlage und Abwasserbeseitigung in Anspruch zu nehmen und das vom Ingenieurbüro Miller vorgestellte Investitionsprogramm umzusetzen.

Hohe Förderung

Sanierungsbedarf besteht am Regenüberlaufbecken in Theisau, wie das Landratsamt in Lichtenfels mitteilte, wobei vor allem die Anlage hinsichtlich eines Rückhalts von Schwimm- und Schwebstoffen nachgerüstet werden muss, so Bürgermeisterin Frieß. Die Kosten der Maßnahme betragen 22 000 Euro, wobei die Gemeinde von einer Förerung in Höhe von 15 450 Euro ausgeht.

Bei der Ausschreibung der Architektenleistungen für die technische Ausrüstung (Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektrotechnik) und die Tragwerksplanung für den Neubau des Kinderhauses und die Generalsanierung der Grundschule ging nur ein Angebot ein. Die Stadt vergab die Arbeiten an die Firma GCA in Nürnberg für 31 119 Euro.

Nachdem bereits Eckdaten für ein neues Feuerwehrhaus in Theisau vom Stadtrat festgelegt worden waren, ging es um den Abschluss eines entsprechenden Architektenvertrages, wobei die Verwaltung die Kosten für das Architekten- und Ingenieurbüros Fleischmann in Schwürbitz auf 134 900 Euro bezifferte. Allerdings war die Angebotssumme mit 875 181,80 Euro (netto) für das Feuerwehrhaus selbst, den Multifunktionsraum, die Außenanlagen etc. Gegenstand einer längeren Aussprache. Anhand von Vergleichswerten in der Bauwirtschaft und der zu erwarteten Kosten warf Stadtrat Niklas Stadelmann (CSU) die Frage auf, ob man sich nicht für eine Kostenobergrenze, er nannte eine Gesamtsumme für den Feuerwehrhausbau von 750 000 Euro netto, entschließen sollte, und erhielt breite Unterstützung.

Abstimmung mit der Feuerwehr

Bei aller Kostenentwicklung und den Erfordernissen für den Feuerwehrdienst, worauf auch Zweite Bürgermeisterin Susanne Bock von Wülfingen (FW) eingegangen war, erinnerte Stadtrat Günter Knorr (CSU) daran, dass ein Feuerwehrhaus in Theisau schon längerfristig ein Thema sei und sich die Mitglieder des Stadtrates ganz einfach den Fragen des Feuerschutzes zu stellen haben. Stadtkämmerin Heike Eber konnte die engagierte Diskussion etwas beruhigen, indem sie darauf verwies, dass ja weder die Planungen, geschweige denn ein Bauantrag, schon vergeben werden müssten, sondern es gehe lediglich um den Abschluss eines Architektenvertrages, der durchaus auch nur die ersten vier Leistungsphasen einbeziehen könne. Alle weiteren Vorhaben würden ohnehin mit den Betroffenen in Theisau, vor allem den Mitgliedern der Feuerwehr, abgestimmt.

Mehrheitlich wurde die Verwaltung beauftragt, für die Ausfertigung der Vertragsunterlagen und den vorgegebenen Kostenrahmen die entsprechenden Gespräche aufzunehmen.