Michael Busch Was ist der Unterschied zwischen Düsseldorf, Hagen und Herzogenaurach? Die Größe, die Einwohnerzahl, das Bundesland - das wäre alles richtig, ist an dieser Stelle aber nicht gemeint. Die beiden Städte in Nordrhein-Westfalen haben aber bereits im vergangenen Jahr etwas erfolgreich gemacht, was es nun auch in Herzogenaurach gibt. Sie starteten jeweils eine Umfrage unter Jugendlichen, um deren Meinung zur Stadt im Allgemeinen, zu Angeboten, Wünschen, Freizeitverhalten, aber auch Mediennutzung und Mobilität zu erfahren.

Am 5. Oktober startete das Jugendhaus Rabatz letztlich wegen der ausgefallenen Jugendkonferenz eine Online-Umfrage, um genau diese Punkte abzufragen. Daniel Birk, Leiter des Jugendhauses, ist gespannt auf die Ergebnisse. Diese sollen dann an verschiedenen Stellen besprochen und ausgewertet werden. "Die Idee ist, dass wir schnell reagieren wollen", sagt Birk. Im Grunde gehe es darum, dass das, was sonst "analog" passiert, auch "digital" möglich sein soll. "Sonst kommen die Jugendlichen auf uns zu und sagen, welchen Künstler, welche Band, welchen Workshop sie mal gerne hätten. Und das versuchen wir dann auch möglichst schnell umzusetzen."

Austausch erfolgt

Größere Projekte müssen aber eventuell an anderer Stelle behandelt werden. "Wir stehen mit dem Jugendbeirat in regelmäßigen Austausch." Die Vertreter der unterschiedlichen Parteien im Stadtrat seien regelmäßig im Haus, um sich mit dem Rabatz-Team auszutauschen.

Über diesen Beirat, aber auch den Kulturausschuss und letztlich auch den Stadtrat werden die Interessen und Belange der Jugendlichen dann weitergetragen. "Der Bürgermeister German Hacker wird ebenfalls informiert, da er sich persönlich sehr für die Aktivitäten und Wünsche der Jugendlichen interessiert", erklärt der Leiter.

Gespannt seien alle Beteiligten auf die Teilnehmerzahl. Denn üblicherweise würden Mitarbeiter des

Rabatz zu Schulanfang durch die Schulen, vor allem achten Klassen, touren, um diese Informationen abzufragen. Der Vorteil dieser Onlineumfrage sei, dass wesentlich mehr Jugendliche erreicht werden können. Birk hofft darauf, dass die Teilnehmer fair sind, denn es können auch Jugendliche teilnehmen, die nicht aus Herzogenaurach sind. Es gebe aber den Vorteil, dass auch Herzogenauracher eine Chance haben, sich aktiv einzubringen, die außerhalb des Heimatortes Schulen besuchen, also zum Beispiel nach Erlangen pendeln.

Gewinnspiel als Anreiz

"Es können theoretisch auch Menschen teilnehmen, die über 30 sind, aber da vertraue ich auf diejenigen, die den Fragebogen ausfüllen."

Beim Mehrfachmitmachen wird es schon schwierig, da die Endgeräte registriert werden und die Teilnahme zur einmal zugelassen wird. Beim Gewinnspiel nutze es auch nichts, die eigene Mail-Adresse mehrfach anzugeben, denn das werde bei der Auswertung abgeglichen.

Zurück zu Düsseldorf und Hagen - dort fließen die Ergebnisse der Befragung in den kommunalen Kinder- und Jugendförderplan ein, der allerdings für die Zeit ab 2021 erstellt wird. Dort hat es für die Umsetzung zwei Jahre gebraucht - Herzogenaurach könnte sich absetzen, wenn diese Umsetzung innerhalb eines Jahres passiert.