von unserer Mitarbeiterin Christine Luche

Rödental — Einen ausverkauften Abend durfte das letzte Konzert dieser Saison auf Schloss Rosenau verzeichnen, denn das Duo Bellini mit Bernhard Forster, Oboe und Andreas Wehrenfennig, Harfe, hat sich nicht nur im hiesigen Raum einen Namen gemacht.
Auch diesmal erwartete die Zuhörer im Marmorsaal ein abwechslungsreiches, interessantes Programm mit Originalkompositionen von Marin Marais bis Benjamin Britten.


Liebesruf eines Fauns

Die beiden Künstler musizierten in einer genialen Symbiose mit höchster Präzision und bestrickender Klangschönheit und steter Transparenz, so zum Beispiel mit Marin Marais' "Les folies d'espagne", wo man sich Variation für Variation "so nach und nach in den Wahnsinn spielt", wie sich Andreas Wehrenfennig humorvoll und treffend in seiner lockeren, immer wieder informativen Moderation ausdrückte. Virtuos und keck, mit großem dynamischem Spektrum verblüffte Bernhard Forster mit den "Five Pieces for Oboe" des zeitgenössischen Komponisten Antal Dorati, der den Solisten hierbei zeitweise an die Grenze des Unmöglichen stellt.
Mit Benjamin Brittens Suite für Harfe solo bewies Andreas Wehrenfennig hervorragende Finger- und Pedaltechnik gepaart mit poetischem Einfühlungsvermögen und feiner Differenzierung. Mit zwei Duos von William Alwyn und Eugène Bozza faszinierten die Künstler wiederum mit differenzierter Ausdrucksskala und einem wunderbaren Miteinander, das auch im zweiten Teil, nun mit der samtwarmen Klangfarbe des Englisch Horn, immer wieder bezauberte.
Melodiös und eingängig waren der "Liebesruf eines Faun" von Hans Steinmetz oder "Wilting Rose" des Filmkomponisten Jason Turbin (er schrieb es extra für das Duo Bellini) für Englisch Horn und Harfe zu hören. "Spirils" von Paul Patterson erlaubte dem Harfenisten noch einmal, seine Virtuosität sowie das beeindruckende Spektrum seines Instruments zu präsentieren.


Begeisterter Beifall

Mit einer Hommage an Vincenco Bellini, den Namensgeber des Duos, beendeten die beiden Solisten den Abend mit einer der wirkungsvollsten Originalkompositionen für Englisch Horn und Harfe: "Omaggio a Bellini" von Antonio Pasculli. Stilsicher, mit schwärmerischer Leidenschaft bis hin zur Ekstase reihte sich Melodie an Melodie und das Englisch Horn begann förmlich zu singen.
Das begeisterte Publikum spendete ausdauernden Applaus und erhielt als Zugabe das "Lied an den Abendstern" aus Wagners "Tannhäuser".