Anette Schreiber "Das ist der Idealfall!" Tanja Düring strahlt nur so bei der offiziellen Eröffnung der Jugendverkehrsübungsplatzes in Burgebrach. Sie wird hier als Verkehrserzieherin der Bamberger Polizeiinspektion eingearbeitet und soll einmal Uwe Hubatschek ablösen und dabei zusammen mit Hans-Jürgen Gleußner an der Fahrradausbildung der Grundschüler arbeiten.

Ihr Chef, Polizeidirektor Albert Häfner, seines Zeichens Leiter der Polizeiinspektion Bamberg-Land, rechnet derweil beim offiziellen Festakt vor, dass dank der seit nunmehr über 30 Jahren bestehenden Jugendverkehrsschule in Burgebrach schon annähernd 28 000 Schüler auf dem Rad verkehrssicher gemacht worden sind, und dementsprechend Unfälle vermieden werden konnten. In jedem Jahr werden 700 Grundschüler radtechnisch auf den Straßenverkehr vorbereitet.

Klar, dass in den Jahrzehnten der Platz bei der Schule in die Jahre gekommen und auch nicht mehr auf der Höhe der Zeit war. Häfner begrüßte es ausdrücklich, dass sich die Bürgermeister der 16 Gemeinden, deren Schulen den Platz nutzen, zu einer Erneuerung und Erweiterung durchringen konnten. Das war eine Investition von immerhin 342 000 Euro. Aber: "Wir haben hier im Landkreis die zwei modernsten Jugendverkehrsschulen in ganz Deutschland." Dazu, so betonte Landrat Johann Kalb (CSU) in seinem Grußwort, habe der Landkreis als freiwillige Leistung immerhin fast 50 000 Euro beigesteuert.

Der Beitrag Burgebrachs, so führte Bürgermeister Johannes Maciejonczyk (CSU) aus, sei das Areal. Außerdem habe man das Risiko übernommen, die Kosten jenseits der veranschlagten zu übernehmen. Es sei aber eine Punktlandung gelungen. Für die Erweiterung musste ein Teil des Schulgeländes abgezwackt werden. Burgebrach pflege die Anlage und stelle zusätzlich einen Schulungsraum in dem noch zu errichtenden Schulanbau zur Verfügung. Für einen Raum, der noch gebaut werden muss, übergab ein gut gelaunter Landrat Kalb jedenfalls schon mal das Landkreiswappen - zum an die Wand hängen. Kalb blickte auf die Verkehrserziehung seiner Jugend zurück: "Da kam die Polizei mit einem Lastwagen, hat Material mitgebracht, man ist um drei Pylonen gefahren und war dann geschulter Fahrradfahrer."

Nicht mehr vergleichbar

Das sei ebenso nicht mehr mit der heutigen Ausbildung vergleichbar wie der Burgebracher Übungsplatz vor seiner Sanierung und heute.

Einen besonderen Aspekt betonte der parlamentarische Staatssekretär Thomas Silberhorn (CSU): Verkehrserziehung bilde den ersten Kontakt für Kinder mit der Polizei, sei positiv, was auch für die weitere Entwicklung gut sei. Mit Blick auf die umgewehten Stellwände der Sponsoren merkte er an, hier lerne man, dass Plakatierung am Straßenrand ein schwieriges Unterfangen sein kann.

Weil auch die Räder nach über 30 Jahren nicht mehr zeitgemäß waren, spendierte der bayerische Raiffeisen-Genossenschaftsverband 30 neue Räder plus ein Ausbilder-Bike, die vom örtlichen Radladen instand gehalten werden. Auch die Verkehrswacht bringt sich bei der Einrichtung ein. Namens der Planer (Ingenieurbüro Höhnen und Partner) informierte Christian Höhnen, dass der Platz auf eine Gesamtfläche von 2825 Quadratmeter erweitert und nun 75 Meter lang und 35 Meter breit ist. Die Straßen wurden von drei auf 3,5 Meer verbreitert, die Ampelanlage ersetzt, ganz neu ein Kreisverkehr errichtet. Die asphaltierten Flächen umfassen 1100 Quadratmeter, die gepflasterten 235 Quadratmeter.

Die Klasse 4b mit Lehrerin und Konrektorin Michaela Peßler-Dengler fieberte der Einweihung lange entgegen, aber schon bevor sie ihn auf den Rädern erkunden durften, fand die neunjährige Mariella den Platz schön und der gleichaltrige Felix ihn "schöner als den alten" - er habe ihn immer von draußen angeschaut. "Das Üben geht besser", sagt jedenfalls die Lehrerin, die schon seit 20 Jahren mit Viertklässern jeweils zwei Vormittage übt. Was ist am schwierigsten? "Das Linksabiegen", sagen die Polizisten und die Konrektorin übereinstimmend. Die Ausbildung macht allen Spaß, weil man den Erfolg schnell merkt und die Bedingungen nun ideal sind.

Mit dem kirchlichen Segen der beiden Pfarrer Bernhard Friedmann und Ulrich Rauh sind alle Nutzer ab sofort hier unterwegs. Freilich gab es vor dem Segen auch einen Exkurs in den biblischen (Kreis-)Verkehr.