Sabine Memmel

Der harte Lockdown geht in die nächste Runde. Seit Montag herrscht wieder Notbetrieb in den Kindergärten und Schulen im Landkreis. Täglich kommen neue Anmeldungen dazu. Auch in der Anna-Grundschule in Forchheim.

Von 235 Kindern sind aktuell 30 für die Notbetreuung angemeldet. Heike Wentzel, Rektorin der Anna-Grundschule in Forchheim, rechnet in den nächsten Tagen und Wochen aber noch mit weiteren Anmeldungen. Um eine adäquate Betreuung in kleineren Gruppen gewährleisten zu können, sind vier Lehrkräfte nötig, so dass in einzelnen Klassen an manchen Tagen der Online-Unterricht nicht stattfinden kann. Das bedauert Wentzel: "Doch ich muss als Schulleitung abwägen: Wo setze ich Prioritäten? Wir sehen die Nöte der Eltern und ich kann sie verstehen."

14 von 535 Schülern benötigen in dieser Woche die Notbetreuung in der Grund- und Mittelschule Ebermannstadt. Aber auch Schulleiterin Anette Mohnlein rechnet fest damit, dass es im Laufe dieser Woche noch mehr werden. Eine große Aufgabe wird es ihr zufolge nun vor allem sein, einen guten Distanzunterricht zu implementieren, Kontakt zu halten und die Motivation zu halten.

Hoffnung auf Wechselunterricht

"Wir dürfen keinen Schüler verlieren, es gibt immer wieder Schüler, die aus unterschiedlichen Gründen abtauchen. Sorgen bereiten mir die Schüler, die zuhause wenig Unterstützung erfahren können. Hier wird sich die Jugendsozialarbeit an Schulen stark einbringen", betont Mohnlein. Sie hofft, dass der Wechselunterricht bald wieder möglich sein kann: "Schule ist mehr als Lernen, sie ist Erfahrungsraum für das soziale Miteinander."

In den Kindertagesstätten sieht es nicht anders aus. In Wiesenthau-Schlaifhausen sind derzeit 40 Prozent im Kindergarten und 15 Prozent in der Krippe angemeldet. "Aber die meisten nicht jeden Tag, sondern tageweise, so wie die Eltern arbeiten müssen", informiert Erzieherin Sandra Hager.

Doch bereits jetzt zeichnet sich ab: Es sind mehr Kinder als im Lockdown im vergangenen Frühjahr, da diesmal nicht nur die Kinder der Eltern aus systemrelevanten Berufen die Kita besuchen dürfen. Was ist sonst noch anders als beim letzten Lockdown?

"Wir werden die Gruppen diesmal nicht mischen. Somit sind die Gruppen kleiner, für die Kinder ist es vertrauter. Allerdings ist dafür mehr Personal nötig, und wir müssen unsere Kinder teilweise ja auch zuhause betreuen", erklärt Hager.

Auch die Angst, sich anzustecken, ist unter den Erziehern diesmal stärker. "Manche sind ängstlich, den Virus mit nach Haue zu nehmen." Deshalb hoffen sie und ihre Kollegen, dass ab Februar oder März wieder etwas Normalität zurückkehrt. "Die fehlenden sozialen Kontakte sehen wir schon kritisch." Bis dahin will das Team versuchen, auf alle Eltern einzugehen und den Kontakt zu ihnen zu pflegen.

15 bis 20 Kinder sind für diese Woche im Kindergarten Egloffstein für die Notbetreuung angemeldet. Dort werden aktuell 114 Kinder betreut. "Im Januar hätten wir noch sieben Neuaufnahmen, die haben wir auf Februar verschoben, da es nicht sinnvoll ist, ein Kind in der Notbetreuungsgruppe einzugewöhnen", erklärt die Leiterin Elke Raschzok-Falk.

Die Herausforderung sieht sie nun vor allem darin, die Kinder schon wieder neuen Gruppen zuzuordnen. "Wir arbeiten eigentlich nach dem offenen Konzept, bei dem sich jedes Kind seine Spielpartner selber aussuchen kann."

Raschzok-Falk hofft, dass die Kitas und auch die Schulen bald wieder öffnen können: "Kinder brauchen Kontakt zu anderen Kindern. In der Zeit nach dem ersten Lockdown hatten wir den Eindruck, die Kinder haben es gut verarbeitet und weggesteckt. Mit der Zeit wurde aber klar, wie verunsichert mancher kleine Mensch ist oder wie viele Kinder in ihrer Entwicklung stagnieren oder Rückschritte machen. Die Reizbarkeit ist gestiegen. Bei allen Kindern, Großen und Kleinen, bemerken wir einen erhöhten Medienkonsum, was aber in der Situation, in der Familien stecken, auch nachvollziehbar ist."