In sechs von 16 Pumpwerken des Zweckverbands Abwasserbeseitigung Friesenbachtal funktioniert das automatische Störmeldesystem nicht mehr. In Rottlersreuth wurde deshalb schon ein Blinklicht montiert, Anwohner rufen im Störfall den Klärwärter an.

Die Probleme, so wurde in der jüngsten Zweckverbandssitzung deutlich, werden sich in nächster Zeit eher noch verstärken, wenn die Telekom ihr Netz modernisiert. Denn das System ist einem neueren Netzstandard nicht kompatibel. Deshalb soll nun ein neues Leitsystem mit Störmeldefunktion eingebaut werden. Die Anbindung sämtlicher 16 Außenstationen und Regenüberlaufbecken würde - einschließlich einer Sanierung der Elektrotechnik - stolze 325 750 Euro kosten.

Wie Verwaltungsleiter Herbert Schmidt erläuterte, entfielen auf den Zweckverband voraussichtlich 79 925 Euro, auf den Markt Thurnau 11 075 Euro und auf den Markt Kasendorf 234 750 Euro. Die jeweiligen Kommunen sorgen jeweils selbst für die Ertüchtigung der Pumpwerke auf ihrem Gebiet. Allein in der Zentrale kostet das Prozessleitsystem 60 000 Euro.

Ist Funklösung billiger?

Michael Otte (FDP) merkte an, dass eine Anbindung über Funk möglicherweise günstiger käme und bot an, das Angebot des Ingenieurbüros noch einmal zu prüfen. Bürgermeister Norbert Groß (CSU) bat die Mitglieder der Versammlung um die grundsätzliche Zustimmung und die grobe Genehmigung des Kostenschlüssels. Die genauen Kosten werden noch ermittelt und sollen möglichst gering gehalten werden.

Beschlossen wurde außerdem, dass die Gemeindeteile Azendorf, Zultenberg, Lindenberg und Lopp über die Entwässerungsanlage des Zweckverbands an die Zentralkläranlage Kulmbach angeschlossen werden. Die Mitglieder der Verbandsversammlung stimmten zu. Der Markt Kasendorf zahlt 13 416,65 Euro an den Zweckverband und 19 802,86 Euro an den Markt Thurnau. Letzter überweist im Gegenzug für den bereits vollzogenen Anschluss von Hörlinreuth 1082,61 Euro an den Zweckverband. "Das ist eine schlüssige Berechnung", kommentierte der Thurnauer Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU).

Im Mittelpunkt der Verbandsversammlung stand die Verabschiedung des Haushalts. Kurioserweise wurde laut Herbert Schmidt im vergangenen Jahr entgegen des langjährigen Trends mehr Wasser verbraucht. Deshalb verzeichne der Zweckverband 16 000 Euro Mehreinnahmen bei den Gebühren. Dem Vermögenshaushalt konnten 13 407 Euro zugeführt werde.

Die Rücklagenentnahme war gering, der Schuldenstand betrug somit Ende vergangenen Jahres 127 000 Euro.

Für den neuen Verwaltungshaushalt, der ein Volumen von 253 600 Euro hat, geht man von steigenden Kanalbenutzungsgebühren (plus 16 000 Euro) aus. "Da das Gebühren-Mehraufkommen durch höhere Verbräuche verursacht worden ist, war auch der Ansatz bei den Dienstleistungen durch Dritte entsprechend zu erhöhen", so Schmidt. Bei den Ausgaben sind diese mit 123 000 Euro der größte Posten.

Der Vermögenshaushalt wurde mit einem Volumen von 497 000 Euro veranschlagt. In diesem Jahr wird zwischen dem Markt Kasendorf und dem Abwasserzweckverband Friesenbachtal die Erschließung des Baugebiets "Am Fichtig III" in Heubsch abgerechnet. Die Kanalbaukosten lagen bei 300 000 Euro, es werden Beiträge in Höhe von 120 000 Euro erwartet. Demzufolge hat der Markt Kasendorf einen Investitionskostenzuschuss in Höhe von 180 000 Euro zu leisten.

Dringender Handlungsbedarf

Außerdem musste das Pumpwerk Kemeritz für 50 000 Euro saniert werden. "Das Pumpwerk ist 30 Jahre ohne Störung gelaufen, doch jetzt war die Technik defekt. Es musste dringend gehandelt werden", erklärte Herbert Schmidt.

Im Haus wurden 105 000 Euro für die Umstellung des Leitsystems eingeplant. Außerdem sind Tilgungen in Höhe von 37 000 Euro vorgesehen. Zwar verfügt der Zweckverband über eine "freie Rücklage" in Höhe von 178 000 Euro, dennoch will man überlegen, die Investitionen über eine Kreditaufnahme zu finanzieren. Der Grund: Die Zinsen liegen im Null-Komma-Bereich. Insgesamt weist der Vermögenshaushalt einen Anstieg der Verschuldung von 127 000 Euro auf 252 000 Euro aus.