Eine deftige Niederlage mussten die Regionalliga-Basketballer der TS Herzogenaurach hinnehmen. Beim MTSV Schwabing, der bis dato ebenfalls erst einen Sieg auf dem Konto hatte, verloren die Longhorns mit 25 Punkten Unterschied. Dass die Gäste im ersten Viertel nur einen einzigen Punkt erzielten, hinterließ bei Trainer Benedikt Aumeier Ratlosigkeit: "So etwas hat noch keiner von uns erlebt. Wir hatten gut trainiert und waren guter Dinge. Das Aufwärmen war auch in Ordnung, doch sobald der Sprungball geworfen worden war, war unsere Spannung wie weggeblasen."
Schwabing habe dies perfekt ausgenutzt und sei die TSH körperlich hart angegangen "Bis wir wieder bei Sinnen waren, war das Spiel schon gelaufen. Wir müssen definitiv etwas ändern. Was das ist, wird die Analyse zeigen", sagte Aumeier.

MTSV Schwabing -
TS Herzogenaurach 84:59

Eigentlich gingen die Aurachstädter frohen Mutes in die Partie, da die ProA-Mannschaft aus Nürnberg überraschend Marvin Omuvwie und Moritz Sanders bereitstellte, so dass die TSH eine schlagkräftige Truppe zusammen hatte. Aber offenbar hatte das ein ein Übermaß an Gelassenheit zur Folge, denn sofort mit Spielbeginn spielte Schwabing Katz und Maus mit dem Kontrahenten. Vor allem körperlich hatten die Herzogenauracher nicht den Hauch einer Chance, wirkten wie eine Jugendmannschaft.
Dazu kam noch eine unglaubliche Pechsträhne im Abschluss, bei der tatsächlich jeder Wurf wieder aus dem Korb sprang, egal wie gut er zuvor herausgespielt worden war. Dennoch ist nur ein erzielter Punkt natürlich absolut ungewöhnlich, und da aus so vielen Fehlwürfen und Ballverlusten natürlich etliche Fast Breaks für den Gegner folgen, sammelten die Schwabinger in den ersten Minuten gleich 30 Punkte. Hier taten sich vor allem William Bessoir und Nathan Gibbs hervor, die allein im ersten Viertel zusammen auf 15 Zähler kamen. Somit stand es nach den ersten zehn Minuten 30:1 und das Spiel war gelaufen.


Krause zeigt, was er kann

Eigentlich hätten die Teams nach Hause gehen können. In Ermangelung dieser Möglichkeit einigte man sich auf eine Art Waffenstillstand. Die Schwabinger schalteten einen Gang zurück und spielten viel mit ihrer Bank, Herzogenaurach fing sich etwas. Daniel Krause spielte sich nun vermehrt in den Vordergrund und verwandelte einige Sprungwürfe. Marvin Omuvwie rackerte unter dem Korb und generierte dort einige Punkte. Doch die Schwabinger hielten den Vorsprung konstant und wann immer die TSH etwas aufdrehte, zogen auch sie an und sorgten dafür, dass sie zur Halbzeit noch mit 46:20 führten.
In der Pause nahmen die Gäste einige Anpassungen an das Schwabinger Defensivkonzept vor, und auch die Offensive der Aurachstädter sah nun deutlich runder aus. Erst jetzt entwickelte sich ein ansehnliches Spiel, welches allerdings zu keinem Zeitpunkt mehr knapp wurde. Stefan Dinkel und Mike Kaiser führten die Longhorns offensiv an, Patrick Horstmann und Tobias Übbing kämpften in der Defensive um jeden Rebound. Erneut entschied die TSH mit 20:19 das Viertel für sich, was aber kaum etwas am komfortablen Vorsprung der Schwabinger änderte (65:40).
Im letzten Viertel war die Luft endgültig raus, das Spiel plätscherte nur noch vor sich hin. Beide Mannschaft hatten mit der Partie innerlich schon abgeschlossen und tauschten noch ein paar Körbe aus, ohne sich weh zu tun. Letztendlich waren alle Beteiligten glücklich, als beim Stand von 84:59 die Sirene erklang.
TSH: Dinkel (6), Schlindwein (2), Omuvwie (11), Horstmann (6), Übbing, M. Kaiser (2), Nakic (8), V. Kaiser, Krause (18), Sanders (6)