Wegen einer Sachbeschädigung stand ein 43-Jähriger aus dem Landkreis Kulmbach vor dem Kadi. Der Angeklagte hatte sich in eine Dachgeschosswohnung eingemietet, die er in Eigenleistung herrichten wollte. Der Hausbesitzer sollte die Kosten des Materials übernehmen, er wollte dafür seine Arbeitsleistung einbringen. Schriftliche Abmachungen gab es allerdings nicht - und das war dann auch das Problem des anhängigen Strafverfahrens, das nach nur kurzer Verhandlungsdauer eingestellt wurde.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, fremdes Eigentum beschädigt zu haben. Der Beschuldigte wollte die Dachwohnung nicht nur mit einer neuen Dämmung versehen, er baute auch zwei neue Fenster ein und machte sich daran, Zwischenwände abzubrechen und Türen zu entfernen. Dadurch sollte die Wohnung nicht nur größer, sondern auch schöner und wohnlicher werden.

Auf der Baustelle "gehaust"

Während dieser Arbeiten hat er mehr oder weniger auf einer Baustelle "gehaust". Die Übernahme der Mietkosten sollte über die Agentur für Arbeit erfolgen, was aber nicht klappte, so dass Rückstände aufliefen. Schließlich fanden sich auch noch Schmierereien an den Wänden. Wer die angebracht hatte, darüber konnte oder wollte der Mann keine Angaben machen. Das veranlasste den Anklagevertreter zur Aussage: "Im Moment glaube ich Ihnen gar nichts!"

Der Hausbesitzer berichtete im Zeugenstand von Mietrückständen in Höhe von 1700 Euro. Er räumte ein, mit den Renovierungsarbeiten einverstanden gewesen zu sein. Diese seien aber "ohne Verstand" erfolgt, er sprach von "Murks hoch drei". Er hätte das notwendige Material für eine neue Dämmung der Wände besorgt und bezahlt, wenn die Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt worden wären. Insgesamt bezifferte der Hausbesitzer den entstandenen Schaden in der Wohnung auf 6000 bis 7000 Euro. Hinzu kämen noch die offenen Mietrückstände.

Richterin Sieglinde Tettmann kam in Absprache mit dem Vertreter der Staatsanwaltschaft zum Ergebnis, dass keine Sachbeschädigung vorliege, da die Arbeiten in Absprache zwischen dem Vermieter und dem Mieter erfolgt seien. Deshalb könne hier nicht das Strafrecht greifen, der Hauseigentümer könne nur zivilrechtlich gegen seinen früheren Mieter vorgehen. Rei.