Der Tag der Kronacher Viertelmeister ist für die zahlreichen historischen Gruppen längst ein fester Termin im Veranstaltungskalender der altehrwürdigen Cranaha. Seit nunmehr 23 Jahren wird dieser Tag in einem würdigen Rahmen in der alten Markthalle des historischen Rathauses zelebriert.

Auf den ersten Viertelmeistertag, gehalten am 3. März 1996, verweist Carsten Piper in der Biografie über seinem Vater Bruno Piper. Im Kapitel "Stärke und Zusammenhalt" berichtet der Sohn des langjährigen Geschäftsführers der Loewe Opta über die Leistung des Fernsehpioniers im Kronacher Land und geht dabei auf eine Urkunde ein, die sein Vater 1952 vom Bürgermeister und Ratsverwandten erhalten hatte. Darin heißt es: "Sintemalen und alldieweilen haben die Endesunterzeichneten Bürgermeister und Ratsverwandten ... Dies allmänniglich zu bekunden und der hochwohllöblichen Stadt Kronach wie der gesammten Hauptmannschaft Frankenwald Dank und Lob zu beweisen ..."

Unterzeichnet ist das vom Bürgermeister, einem Ratsherren und dem "Viertelmeister K.H.Pankalla". Carsten Piper schreibt dazu: "Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass 44 Jahre später im Zuge der Vorbereitungen zum ersten historischen Stadtfest die Institution der ,Viertelmeister der rechten Stadt zu Cronach' ... wiederbelebt worden ist."

Die Initiatoren des Kronacher Stadtspektakels waren im 20. Jahrhundert also nicht die Ersten, die sich der historischen Viertelmeister erinnerten. Am Viertelmeistertag stehen deren Nachfolger nun seit vielen Jahren im Mittelpunkt des Geschehens und müssen den Bürgern der Oberen Stadt, die auch "rechte Stadt" genannt wird, Rede und Antwort stehen. Erst dann legen sie den "Eyd" vor der Oberbürgermeiterin ab und geloben, ihr Viertel ein weiteres Jahr mit Sorgfalt und Umsicht zu führen.

Wer daran teilhaben möchte, sollte sich am Freitag um 18.30 Uhr auf den Melchior-Otto-Platz begeben und dort miterleben, wie die Kunigunden-Maß neu bekränzt, ein Wettkampf am Michaelsbrunnen ausgetragen und ein weiterer historischer Stadtbediensteter installiert wird.

Auch wird zum Anschlagen des Schmäußfasses vor der alten Markthalle ein "tapferes Kronacher Weibsbild" gesucht, damit sich die furchtsamen Männer Mut antrinken können. red