"Es ist toll, wie sich die Jugendlichen da reinhängen", sagt Robert Pechauf mit Blick auf die Facebook-Aktion Bike to Work. Der Rödentaler Jugendpfleger hatte den Flyer zu der Aktion mit ins Jugendhaus Domäne gebracht. Dass die Jugendlichen sich so ins Zeug legen, um den Top-Preis, ein E-Bike mit Motor von Brose im Wert von 3000 Euro, ins Jugendhaus zu holen, das hatte er nicht erwartet.
Ausgeschrieben wurde die Aktion vom Verein Junge Coburger. Mitmachen ist einfach: "Wir laden ein zur Bike-to-Work-Challenge! Setz dich im Zeitraum vom 3. Juni bis 18. Juli 2016 auf dein Rad, schieß ein Selfie vor dem Logo deines Arbeitgebers oder auf dem Weg dorthin, lad' es auf der "Bike to Work"-Facebook-Seite hoch und nominiere fünf Freunde. Das Bild mit den meisten Likes gewinnt ein E-Bike mit Brose-Motor!"


Erstes neues Bike

Das Bike wäre das beste Pferd im Velo-Stall der Domäne. "Wir haben schon Fahrräder. Aber die sind alle aus der Fundsachenversteigerung der Stadt", sagt Robert Pechauf. Daher rührt die Begeisterung der Jugendlichen. Denn: "Wenn wir gewinnen, dann darf natürlich jeder mal damit fahren", verspricht der Jugendpfleger. Die Jugendlichen warben bei Freunden und in der Familie, in der Schule und im Bekanntenkreis der Eltern. Wer einen Facebook-Account hat, möge doch mitmachen und für das Jugendhaus stimmen. So kamen sie gut voran mit der Zahl der Likes. Doch an die Spitze schafften sie es noch nicht.
Also wurden Flyer entworfen und verteilt. Dazu fanden die Jugendlichen einen Weg, den komplizierten Link zu ihrer Seite zu vereinfachen. Jetzt muss jeder, der sie unterstützen will, nur noch bit.do/jugendhaus in die Adresszeile bei Facebook eingeben. Dann noch ein Klick auf die unterlegte Zeile gleichen Namens und er landet direkt bei dem Bild mit Jugendpfleger Robert Pechauf und einem riesigen Playmobilclown. Dort sieht er schon, wie viele Likes die Seite hat. "Gefällt mir" anklicken und schon kommt ein Like dazu. Ein QR-Code, der auf dem Flyer abgedruckt ist, führt noch schneller zum Ziel.
Die Aktion läuft noch bis Montag, 18. Juli. Die Jugendlichen liegen gut im Rennen. Zurzeit belegen sie mit annähernd 700 Likes den zweiten Platz. "Wir haben dreimal so viele wie der Drittplatzierte, aber eben immer noch weniger als der Führende", sagt Pechauf. Bleibt nur, noch einmal alle aufzurufen, die gern das Jugendhaus unterstützen wollen. Der Flyer wird noch in den Rödentaler Nachrichten abgedruckt. Aber: "Ich weiß nicht, ob die Leser eine Altersklasse sind, die auf Facebook unterwegs ist", ist Robert Pechauf skeptisch.
Doch vielleicht könnten ja die Leser des Stadtblattes ihre Kinder oder Enkel aufmerksam machen, meint er. Und wenn die Rödentaler Vereine, der Stadtrat, das Jugendparlament ... vielleicht klappt es dann ja mit dem ersten Preis. Mit dem zweiten Preis, einem Autoschutzbrief, könnten die Jugendlichen schließlich gar nicht viel anfangen.