Charlotte Wittnebel-Schmitz Wie nutzt und verbraucht Nüdlingen Energie? Was lässt sich verbessern? Dazu ließ sich der Gemeinderat im Rahmen des Förderprojekts "Energiecoaching-Plus in Unterfranken" beraten. Die Ergebnisse stellte Karlheinz Paulus vom Verein "Energieagentur Unterfranken" am vergangenen Dienstagabend in der Turnhalle der Schlossbergschule vor.

Nüdlingen gebe bei einer Bevölkerungszahl von 3900 Einwohnern jedes Jahr 9,34 Millionen Euro für Energie aus. Dabei sind fossile und regenerative Wärmeenergie, Kraftstoffe und Strom zusammengerechnet. "Das Ziel ist es, wie lässt sich diese Summe verringern?" Und: "Das Geld sollte nicht nach Russland oder Saudi-Arabien fließen", sagte Paulus.

Einsparmöglichkeiten

Möglichkeiten zum Einsparen von Energie gebe es bei Gebäuden (50 bis 70 Prozent), beim Verkehr (70 Prozent) und beim Gewerbe (50 Prozent). "Wir brauchen in der Zukunft mehr Strom." Dort ließe sich voraussichtlich wenig einsparen (bis zu zehn Prozent). "Fernseher werden immer effizienter, aber auch größer." Beim Verkehr gebe es durch Carsharing und die Nutzung kleinerer Autos viel Einsparpotenzial. Das größte Potenzial zur Stromerzeugung habe in Nüdlingen die Photovoltaik. "Das lohnt sich immer noch." Auch die Erzeugung von Strom über Windkraft hätte noch deutliches Ausbaupotenzial. "Wir haben zwei Windkrafträder. Wir könnten noch ein drittes bauen", sagte Paulus.

Er empfahl dem Gremium, einen Energiebeauftragten zu benennen. Außerdem solle es die Einführung eines kommunalen Energiemanagements (KEM) erwägen. Dabei werden Kennzahlen ermittelt, wo der größte Handlungsbedarf besteht, wer welche Menge an Energie und Wasser verbraucht und wo besonders hohe Verluste seien. "Mit Hilfe einer Software können Hausmeister die Zahlen eintragen." Außerdem solle die Kommune die Wirtschaftlichkeit eines Nahwärmenetzes prüfen, einen Maßnahmenkatalog erstellen und im Haushalt die entsprechenden Mittel einplanen.

Grundwasserspiegel

In den Nüdlinger Nachrichten waren Bürger Ende Juni dazu aufgerufen worden, mit Wasser in den Sommermonaten sparsam umzugehen. Daraufhin beantragte Gemeinderat Florian Wilm (Bürgerblock) am 29. Juni Informationen von der Verwaltung darüber, wie sich die Niederschlagsmenge, der Grundwasserspiegel und der Wasserverbrauch entwickelt hätten. Aus der Verwaltung hieß es, dass diese Fragen nicht beantwortet werden könnten. Ein Fachbüro müsste die Fragen fachlich aufarbeiten und beantworten. "Wir sind momentan am Limit, mit dem was wir an Personalressourcen haben", sagte Bürgermeister Harald Hofmann (CSU). Das Angebot Wilms, die Daten ohne ein Fachbüro selbst auszuwerten, lehnte die Verwaltung wegen Haftungsfragen ab. Der Gemeinderat beschloss kein Fachbüro zu beauftragen. Das Gremium stimmte auch dagegen, die Verwaltung damit zu beauftragen, regelmäßig über die Entwicklung des Niederschlags und des Grundwassers zu berichten.

Ein weiteres Thema der Gemeinderatssitzung war die Wartung der Turmuhranlage der Haarder Pfarrkirche. Die Anlage ist Kircheigentum, deshalb gab es Diskussionen, ob die Gemeinde dafür zahlen sollte. Der Beschluss: Der Gemeinderat stellte der Kirchenverwaltung einen Zuschuss in Höhe von 1947,64 Euro für die Kirchturmuhr in Aussicht. Das entspricht den vollen, derzeitig absehbaren Kosten. Die Kirchenverwaltung müsse dafür aber einen Antrag stellen.